Auftritt am Freitag im Deutschen Theater

Syrische Exil-Philharmoniker gastieren in Göttingen

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Voller Vorfreude: Die Mitglieder des Syrian Expat Philharmonic Orchestra (SEPO) und ihre Unterstützer fiebern dem Auftritt am Freitagnachmittag in Göttingen entgegen. 

Göttingen. Etwas ungewohnt klingt’s, was da am Mittwoch aus dem Saal des Zentrums für ältere Menschen in Göttingen hallt. Auch wenn so mancher Europäer im ersten Moment zusammenzuckt: Hier tanzt keiner aus der Reihe – das ist Teil des Konzepts.

Hier probt nämlich das Syrian Expat Philharmonic Orchestra (SEPO), um für den Auftritt am Freitagnachmittag (Beginn 17 Uhr) im Deutschen Theater am Theaterplatz gerüstet zu sein.

„Das sind die Vierteltöne. Die gehören zur syrischen Musik einfach dazu“, erklärt Ghassan Aboud, der das 30-köpfige Orchester dirigiert und fügt grinsend an: „Die Zuschauer werden aber auch bekannte Stücke hören.“

Musik-Mix der Kulturen

„Erbarme dich“ von Johann Sebastian Bach zum Beispiel. Ein alter Hut? Keineswegs. „Es wird eine klassische und eine arabische Interpretation geben“, erzählt Raed Jazbeh mit leuchtenden Augen. Wie alle Mitglieder dieser von ihm ins Leben gerufenen Formation lebt er nicht mehr in Syrien, sondern im Exil. Die Frauen und Männer sind getrennt, doch sie eint ihre Liebe zur Musik.

„Das Bild der Deutschen von Syrien ist geprägt durch Krieg. Wir wollen die Musik – eine der guten Seiten des Landes – zeigen und ein Zeichen des Friedens setzen“, wirft Aboud ein.

Eine Idee, von der auch das Deutsche Theater begeistert war, als Dana Gaef von der Diakonie den Vorschlag äußerte, das SEPO nach Südniedersachsen zu holen. Nach und nach fanden sich mit der AKB-Stiftung, der Lotto-Sport-Stiftung, der Göttinger Kulturstiftung, der evangelischen Landeskirche und dem Göttinger Rotary-Club immer mehr Förderer, die den Konzert-Traum wahr werden ließen. Und nicht nur das: Neben einem speziellen „Meet & Eat“-Angebot nach dem Auftritt, der das Publikum und die Musiker zusammen bringt, gibt es am Samstag von 10 bis 12 Uhr im Kulturzentrum KAZ (Hospitalstraße 6) auch noch einen Workshop für Musiker, die die syrische Klangvielfalt erkunden möchten. Die Philharmoniker und ihre Unterstützer sind sicher nicht die einzigen, die das kaum erwarten können.

Karten für das Konzert kosten zwischen 23 und 39 Euro, das „Meet & Eat“-Buffet 20 Euro (Kombiticket 38 bis 54 Euro). Die Gebühr für die Teilnahme am Workshop beträgt zehn Euro (ermäßigt sechs Euro). Es wird dazu geraten, sein eigenes Instrument mitzubringen.

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