Kommentar zu täglichen Staus auf der B 27: Fehlplanung sorgt für Autofahrer-Frust

An der B 27 von Göttingen bis Waake und in Gegenrichtung stehen viele Autofahrer täglich im Stau. Dazu ein Kommentar von Thomas Kopietz.

Der morgendliche Pendlerstrom von Menschen aus dem Eichsfeld nach Göttingen und abends zurück ist lang – viel zu lang.

Viele Autofahrer – samt Beifahrer in Fahrgemeinschaften – sind deshalb genervt. Auch, weil der Stau und damit ein früheres Aufstehen bzw. späteres Heimkehren zum Alltag all jener gehören, die auf der B 27 in Ost- und West-Richtung unterwegs sind.

Ob das so sein muss? Nein, denn mit der Sanierung und dem Umbau der B 27 ab Kreuzung Autobahnzubringer in Weende bis zum Abzweig Herberhausen ist nichts besser geworden, höchstens länger: die Fahrzeugschlange und die Wartezeit.

So ist der Abschnitt ein Beispiel dafür, dass viel Geld verbaut worden ist, größtenteils aber zum Nachteil der Nutzer.

Das Problem: An den Ampelkreuzungen, beginnend „An der Lutter“, Hoffmannshof und den Abzweigen Nikolausberg, Herberhausen und Roringen, kommt es zu Staus, manches Mal über die nächsten Kreuzungen hinaus, die teilweise kilometerweit auseinanderliegen. Die neue Ortsumfahrung Waake hat daran nichts geändert.

Aus für Stausteher unverständlichen Gründen ist vor fünf Jahren die Lösung von Kreisverkehren für den Umbau der B 27 verworfen worden. Sie hätten für mehr Verkehrsfluss gesorgt.

An der Strecke gibt es eine weitere Kuriosität, ein weiteres Beispiel für miese Planung: Der wunderbar breit ausgebaute Radweg verläuft beidseitig der B 27 – das ist löblich. Aber: Kurz vor dem Abzweig Hoffmannshof endet der rechte Radweg stadtauswärts vor einer rot-weißen Bake im Nichts. Radfahrer müssten die viel befahrene Staße etwa 50 Meter vor der Ampelkreuzung queren – ein lebensgefährliches Unterfangen. Stattdessen nutzen die Radler eine mittlerweile festgefahrene Spur auf einem Rasenstück hinter der Sperrbake – verbotenerweise – und fahren bis zur Ampel. Das Problem „Fahrradweg ins Nichts“ ist den Behörden bekannt – aber seit Jahren passiert nichts.

Fazit: Die Planung und Umsetzung des B-27-Ausbaus ist in Teilen schlicht dilettantisch ausgefallen.

Eines muss man den Planern aber zu Gute halten: Ohne eine Beseitigung des Nadelöhrs im Bereich Weender Krankenhaus ist eine staufreie Gesamtlösung nicht möglich.

Übrigens: Auch in Gieboldehausen im weiteren Verlauf der B 27 stehen die Autofahrer oft vor der Ampel im Stau. Einen Kreisverkehr gibt es nicht, wohl aber einen Rotlicht-Blitzer.

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