Tägliche Tempokontrollen: Polizei will Zahl der Unfallverletzten senken

Göttingen. Sechs statt drei Verkehrstote im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum: Die Zahlen sind alarmierend. Insgesamt gab es 31 Prozent mehr Unfälle mit Schwerverletzten, die Zahl der Betroffenen stieg fast 18 Prozent.

Diesen Trend will die Polizeiinspektion Göttingen umkehren: Weil schwere Unfälle oft auf Raserei zurückzuführen sind, verstärkt sie ihre Kontrollen.

„Jeder Tote und jeder Schwerverletzte bedeutet großes Leid für eine Familie“, sagt Polizeidirektor Gerd Hujahn, Leiter Einsatz: „Unsere vornehmste Aufgabe ist es, Menschenleben zu retten.“

Deshalb kommt das ESO-Messgerät der Polizeiinspektion jetzt täglich zum Einsatz, wenn es geht, sogar zweimal. Auch sonntags und nachts können Raser sich nicht sicher fühlen. Bei einer Tempokontrolle vorigen Sonntag auf der Bundesstraße  27 bei Ebergötzen, nur drei Tage nach dem bundesweiten Blitzmarathon, fuhren in sechs Stunden 46 von 315 Fahrzeugen schneller als 100 Stundenkilometer, berichtet Erster Polizeihauptkommissar Holger Will.

Der Göttinger Polizei geht es nach eigenen Angaben nicht um den Bußgeldbescheid, der erst nach Wochen beim Verkehrssünder eintrifft, sondern um das sofortige Gespräch mit dem Raser.

Deshalb setzt sie, obwohl es sehr personalintensiv ist, auf Anhaltekommandos. Die Beamten achten neben dem Tempo auch auf Alkohol, Drogen oder Handy-Telefonate am Steuer. Hujahn und seine Kollegen wollen aber nicht nur die Spitzenraser von der Straße holen, sondern auch die stark überhöhte Durchschnittsgeschwindigkeit an Unfallschwerpunkten wie dem Roringer Berg senken. Hujahn: „Es ist ein Riesenunterschied, ob jemand mit Tempo 130 oder mit 50 vor einen Baum fährt.“ (p) 

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