Mehr als 70 ehrenamtliche Helfer

Tafel hilft seit 20 Jahren: Lebensmittel für 1400 Kunden

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Freude über den 20. Geburtstag der Göttinger Tafel: (von links) Vorsitzender Ulrich Hormann, Geschäftsführerin Martina May, die Gründungsmitglieder Peter Cordes, Dirk Oelkers, Astrid von Usslar und Pastor Dirk Tiedemann.

Göttingen. Seit 20 Jahren werden von der Göttinger Tafel Lebensmittel an Bedürftige weitergegeben. Der Verein ist auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Peter Cordes war damals einer der Initiatoren für die Tafel. Er hatte von dem Berliner Vorbild gelesen und setzte sich für die Gründung der Göttinger Einrichtung ein, die damit zu den ersten Tafeln in Deutschland gehört. Zu den Aktiven der ersten Stunde im Februar 1995 gehört Martina May. Anfangs arbeitete sie als ABM-Kraft, inzwischen ist sie Geschäftsführerin und sorgt dafür, dass der Laden läuft. Sie berichtet, dass die Tafel in Göttingen anfangs kaum akzeptiert war, aber das hat sich inzwischen geändert.

Die Lebensmittel kommen von praktisch allen großen und kleinen Supermärkten im Raum Göttingen sowie von vielen Bäckern. „Die Lebensmittel sind da. Wir geben sie weiter“, sagt Geschäftsführerin May. Etwa 1400 Kunden, darunter 400 Kinder, hat die Tafel. Sie erhalten Obst, Gemüse und Backwaren, aber auch Grundnahrungsmittel sowie Molkereiprodukte oder Wurstwaren - je nachdem, was die Göttinger Tafel bekommt. Jeder muss zuvor seine Bedürftigkeit nachweisen, zum Beispiel durch Vorlage der Göttinger Sozialcard.

Die drei Transporter fuhren allein im vergangenen Jahr etwa 40.000 Kilometer, vor allem um Lebensmittel abzuholen und zu den Ausgabestellen zu bringen. Weiterhin unterstützt die Tafel den Mittagstisch in St. Michael mit Suppe und sorgt dafür, dass etwa 30 Mädchen und Jungen der Martin-Luther-King-Schule in Geismar Frühstückstüten bekommen.

Lange war die Tafel mit der Jacobikirchengemeinde verbunden. Der Verein konnte Räume am Jacobikirchhof viele Jahre kostenlos nutzen. Seit Mai 2014 ist die Tafel an der Mauerstraße zu finden und hat dort ein etwa 170 Quadratmeter großes Domizil mit Laden. Außerdem werden von dort die Außenstellen in Geismar, Grone, auf dem Holtenser Berg sowie in Bovenden beliefert.

Vorsitzender Ulrich Hormann befürchtet, dass die Zahl der Kunden in den kommenden Jahren steigt. Er geht davon aus, dass immer mehr Senioren durch ihre niedrigen Renten bedürftig sein werden.

Damit die Arbeit der Tafel weitergehen kann, müssen jährlich etwa 80.000 Euro aufgebracht werden. „Die laufenden Kosten sind das Problem“, sagt Geschäftsführerin Martina May. Deshalb würde sich die Tafel beispielsweise über Strom- und Mietpaten freuen, die einen Teil der Fixkosten übernehmen.

Hintergrund

Ohne ehrenamtliches Engagement würde die Arbeit der Göttinger Tafel nicht funktionieren: Mehr als 70 Helfer zwischen 15 und 80 Jahren packen mit an.

Die Tafel freut sich immer über zusätzliche ehrenamtliche Helfer, insbesondere werden derzeit Fahrer gesucht. Lebensmittel werden von der Tafel nicht gekauft. Die Einrichtung freut sich über Lebensmittelspenden von Privatpersonen - insbesondere sind lang haltbare Produkte gefragt, zum Beispiel Kaffee und Tee.

In den Räumen der Tafel gibt es jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr eine kostenlose Rechtsberatung. An dem Projekt sind ein Rechtsanwalt und Jura-Studenten beteiligt.

Wer bedürftig ist, bekommt eine Kundenkarte für die Tafel. Damit darf man zweimal pro Woche Lebensmittel abholen. Die Karte kostet für ein halbes Jahr zehn Euro für Erwachsene, fünf Euro für Kinder unter 18 Jahre sowie 30 Euro für Familien ab drei Kindern. (bsc)

Kontakt: Göttinger Tafel, Mauerstraße 16/17, 37073 Göttingen, Tel. 05 51/5 10 30, E-Mail: info@goettingertafel.org

www.goettingertafel.org

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