Führung für Besucher

Tag der Architektur bei Sartorius: Storchennester und Teichlandschaften

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Aus Aluminium: Architekt Christian Rathmann (im weißen Hemd) zeigte den Besuchern am Tag der Architektur Elemente der Präzisionswaagen, die im neuen Teilefertigungsgebäude der Firma Sartorius an der Otto-Brunner-Straße hergestellt werden. 

Göttingen. Es war faszinierend zu erfahren, welche tiefgehenden, detaillierten, funktionsbezogenen und sozialen Überlegungen das Hannoveraner Architekturbüro Bünemann & Collegen für die Neubauten der weltweit tätigen Firma Sartorius an der Otto-Brunner-Straße angestellt haben, natürlich in enger Zusammenarbeit mit der Firmenleitung.

Für die Konzeption des Teilefertigungsgebäudes, das Besuchern am Tag der Architektur offen stand, wurden die Architekten von einem Sartorius-Team mit Vertretern aller Abteilungen beraten. „Ohne Input verhungern wir“, brachte es Architekt Christian Rathmann bei der Führung auf den Punkt.

Mit der Wahl von Aluminium als Fassadenverkleidung habe man den Werkstoff reflektiert, der für die Präzisionswaagen benutzt wird. Hinzu kam Weißbeton, der freundlicher aussieht als gängiger Beton. Die Unternehmenswerte Offenheit, Nachhaltigkeit und Freude spiegeln sich in vielen Bereichen. Da sind zum Beispiel die großen, hohen Räume wie das Atrium, das mit seiner spärlichen Möblierung für vielfältige Nutzungen offen ist.

Förderung der Kommunikation

Die Pausenräume und Teeküchen sind bewusst abteilungsübergreifend angelegt, so dass Kommunikation gefördert wird. Ihre Platzierung ist ansprechend, mit weitem Blick nach Draußen. Ein hübsches Element sind die Störchennester mit Sitzkissen zum Chillen, die über eine Wendeltreppe erreicht werden. Die Mitarbeiter sollen sich wohlfühlen. Dazu dienen auch ein Beachvolleyballfeld und ein Gymnastikraum.

Die Außenanlagen des Campus an der Eingangshalle, die Ende des Jahres fertiggestellt sein soll, werden weiträumige Grünflächen mit Teichanlagen sein. Ein Teil davon ist schon vor dem College realisiert worden. Die Architekten sind stolz darauf, dass nur ein einziger Baum für die Neubauten gefällt werden musste. Alle anderen konnten umgesetzt werden. Der Neubau wird nach dem System der „Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen“ (DGNB) zertifiziert. Beim Nachhaltigkeitskonzept der DGNB stehen neben Ökologie, Ökonomie und Nutzerkomfort „auch funktionale Aspekte, Technik, Prozesse sowie der Standort im Fokus bei der Planung und Umsetzung nachhaltiger Gebäude und Stadtquartiere“.

Bei der Führung um 15 Uhr war der Andrang so groß, dass die Gruppe geteilt wurde. Die zweite Gruppe wurde von Architektin Sabine Gerlach geführt. Ein Zusatz-Plus für Sartorius-Besucher sind die vorbildlichen Vorwegweiser zum Parkhaus mit 1000 Plätzen, dem größten in Göttingen.

Von Anne-Lise Eriksen

Baukosten: 40 Millionen Euro

Ein paar Daten zum Teilefertigungsgebäude: insgesamt 25 000 Quadratmeter (etwa drei Fußballfelder), 160 Meter lang, 120 Meter breit, derzeit 500 Arbeitsplätze, Baukosten: 40 Millionen Euro.

Durch die großen Glasflächen, die Bäume und Himmel spiegeln, und durch das Aluminium sehen die Gebäude bei jedem Wetter anders aus.

Die Lichtgräben, deren geneigte Stahlstützen eine flexible Nutzung der Flächen ohne Einschränkungen aus der Baukonstruktion ermöglichen, lenken Tageslicht in die Tiefe.

„Das expressive Tragwerk versinnbildlicht Dynamik und Solidität als wesentliche Funktionsmerkmale der Feinwaage“, heißt es in einer Mitteilung des Architekturbüros.

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