Regionalwettbewerb "Schüler experimentieren"

Talentiert und leidenschaftlich: Göttinger Niklas Klintschar gewinnt Physik-Preis

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Preisübergabe für den Göttinger Physik-Nachwuchs (von links): Marianne Zimmermann (Regionalwettbewerbsleiterin Jugend forscht Braunschweig), Niklas Klintschar und Insa Heinemann (Patenbeauftragte der Braunschweigischen Stiftung).

Göttingen hat nicht nur erwachsene Spitzenforscher zu bieten. Auch der Nachwuchs hat einiges auf dem Kasten. Wie Niklas Klintschar, der den Physik-Regionalwettbewerb „Schüler experimentieren“ gewann.

Niklas ist 13 Jahre alt und wohnt in Göttingen. Er ist ein Teenager mit Weitblick. „Immer wenn ich von Teilchenbeschleunigern wie dem viele Quadratkilometer großen und Milliarden teuren LHC am CERN in Genf lese, frage ich mich, ob es nicht einfacher geht“, beschreibt der Teenager den Ausgangspunkt für sein ausgezeichnetes Experiment. „In einem meiner Lieblingsbücher ‘Spurensuche im Teilchenzoo’ las ich über einen Teilchenbeschleuniger, der mithilfe eines Plasmas Elektronen und Protonen auf einer sehr kurzen Strecke stark beschleunigen kann, und beschloss, einen solchen zu bauen.“

Ansteckende Leidenschaft

Dabei war Niklas nicht vollkommen auf sich allein gestellt. Am XLAB, dem Göttinger Experimentallabor für junge Leute, gibt es seit 2016 Arbeitsgemeinschaften für Schüler. Niklas entschied sich für die Astronomie-AG. Eine AG, die gerade von den jüngeren Schülern sehr gut angenommen werde, wie Dr. Almut Popp vom XLAB verrät. Hier traf das junge Physik-Talent auch auf Matthias Deters. Der Physiklehrer am XLAB ist Niklas’ Betreuer und ließ sich von der Leidenschaft seines jungen Kollegen anstecken. Beide ließen sich von den experimentellen Schwierigkeiten nicht abschrecken.

Und das zahlte sich aus: Mit seiner Arbeit „Im Sog der Plasmawelle – Teilchenbeschleunigung mittels der Wakefield-Technologie“ errang Niklas den ersten Preis bei dem Schülerwettbewerb in Braunschweig in der Kategorie Physik. Die Ergebnisse seiner Forschung an der Kathodenstrahlröhre wird der junge Mann nun beim Landeswettbewerb „Schüler experimentieren“ präsentieren. Gleichzeitig arbeitet er weiter an seinem ambitionierten Ziel, einen eigenen Teilchenbeschleuniger zu bauen.

Auf dem Weg dahin hat Niklas mit der Unterstützung seines Betreuers schon viele Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt. Weil Glühdrähte und andere Materialien den hohen Belastungen nicht standhalten, ersetzten sie diese durch andere Materialien und Techniken. Schließlich erzeugte der 13-Jährige Elektronen mit einer Bogenentladung, die noch nie (!) im Zusammenhang mit einer Kathodenstrahlröhre verwendet wurde. Für die erforderliche Hochspannung konnte Niklas auf einen Hochspannungsgenerator im XLAB zurückgreifen. Die Experimentier-Fans achteten besonders auf den Schutz vor gefährlichen Mikrowellen.

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