Kulturverein "Kreuzberg on Kultour" kämpft

Kult-Diskothek am Ende: Petition soll die Göttinger Tangente doch noch retten

Doch noch Hoffnung für die Tangente? Mit einer Online-Petition kämpfen Göttinger gegen das Aus der Kult-Diskothek.
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Doch noch Hoffnung für die Tangente? Mit einer Online-Petition kämpfen Göttinger gegen das Aus der Kult-Diskothek.

Gibt es doch noch Hoffnung für die "Tangente" in Göttingen? Der Kulturverein "Kreuzberg on Kultour" kämpft weiter für den Erhalt der Live-Spielstätte. 

Mit einer Online-Petition, die bis Freitag bereits mehr als 1100 Unterstützer fand, wollen die Initiatoren eine öffentliche Anschubfinanzierung für den Musik-Club erreichen.

„Die Schließung der Tangente hinterlässt eine nicht ersetzbare Lücke im Kultur- und Nachtleben Göttingens. Darüber herrscht Einigkeit nicht nur bei Veranstaltern und Musikern, sondern vor allem auch bei den Göttinger Bürgern“, heißt es in einer Pressemitteilung des Konzertveranstalters „Kreuzberg on Kultour“ vom Freitag.

Nach Angaben des Vereins würden für eine Anfangsfinanzierung 75.000 Euro im ersten und 60.000 Euro im zweiten Jahr benötigt. Danach solle „das Kulturzentrum Tangente“ sich zunehmend selbst tragen und nur noch geringer städtischer Förderung bedürfen. Der Vorsitzende Klaus Wißmann betont: „So günstig wie jetzt wird die Tangente nicht mehr zu retten sein.“

Wenn der Club wie geplant zum 28. Februar geräumt werden muss, werde eine Wiedereröffnung mit Erfüllung aller Genehmigungen voraussichtlich etwa 300.000 Euro kosten, sagt Wißmann. „Die Ratspolitik läuft jetzt Gefahr, sich diese einmalige und günstige Möglichkeit mit großer kultureller Bedeutung und Öffentlichkeitsinteresse einfach durch die Lappen gehen zu lassen.“

Wißmann blickt auf eine langjährige Erfahrung als Veranstalter und Musiker zurück und ist sich sicher: „Mit den noch bestehenden Spielstätten ist die Tangente nicht ansatzweise zu ersetzen. Das liegt nicht nur an Größe und Kapazität, sondern auch an den unterschiedlichen Programmausprägungen der Musik-Clubs.“

Unterstützt wird „Kreuzberg on Kultour“ von den Ratsfraktionen der Piraten und Partei-Gruppe sowie der Linken/ALG. Alle anderen Ratsparteien wollen bislang kein öffentliches Geld für die Tangente zur Verfügung stellen. Wißmann kritisiert: „Bisher konnte keiner der Politiker, die jetzt die Zukunft der Tangente in den Händen halten, eine Antwort darauf geben, wo die vielen Nachwuchsmusiker, die bisher in der Tangente erfolgreich ihre ersten Bühnenerfahrungen machen konnten, dann noch eine Bühne finden sollen.“

Beistand kommt von anderen Musik-Clubs. Bea Roth, Geschäftsführerin des „Exil“, sagt: „Wir schauen unserer Stadt beim Sterben zu.“

Die Initiatoren der Online-Petition betonen, dass bei der Tangente kein „Gastronomiebetrieb“ durch städtische Mittel gefördert werden soll, sondern „ein Kulturzentrum, bei dem der Träger ein gemeinnütziger Verein ist“. Eine solche städtische Förderung gebe es etwa auch beim „Nörgelbuff“ oder dem „Apex“.

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