Tarifverträge und Frauen in den Vorstand

„Equal Pay Day“: AsF-Unterbezirk Göttingen hofft auf Gleichbehandlung für Frauen

Zwei Frauenhände holen einen 5- und einen 20-Euro-Schein aus einem Portemonnaie.
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Unterbezahlung von Frauen gegenüber Männern: Darauf soll der „Equal Pay Day“ aufmerksam machen. (Symbolfoto)

Verpflichtende Tarifverträge in der Pflege und Frauen auf Vorstandsposten: Das fordert die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Unterbezirk Göttingen.

Göttingen – Verpflichtende Tarifverträge in der Pflege und Frauen auf Vorstandsposten von Sparkasse und Universitätsmedizin Göttingen (UMG): Das fordert die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Unterbezirk Göttingen.

Anlass dafür ist der heutige „Equal Pay Day“, der symbolisch auf die Unterbezahlung von Frauen im Vergleich zu Männern aufmerksam machen soll.

Frauen verdienen im Schnitt 19 Prozent weniger als Männer

„Noch immer verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt 19 Prozent weniger als Männer“, teilt die AsF mit. Im Vergleich zum europäischen Durchschnitt von 14,8 Prozent belege Deutschland damit eine hintere Position.

Noch dazu arbeiten Frauen laut AsF häufig in Teilzeit und in schlechter bezahlten Berufen. Gerade in als systemrelevant bezeichneten Berufen wie in der Pflege fehlten häufig Tarifverträge.

Die örtlichen öffentlichen Kostenträger wie Stadt und Landkreis Göttingen und die Kranken- und Pflegeversicherungen sollten daher nur mit solchen Krankenhäusern und Pflegeversicherungen Versorgungsverträge abschließen, die einen Tarifvertrag für die Beschäftigten vorweisen.

Kritik an Vorständen von Sparkasse und Universitätsmedizin

Darüber hinaus sei es „nicht hinnehmbar, dass die Vorstände großer öffentlicher Unternehmen in unserer Region von ausschließlich männlichen Vorständen geführt werden“, sagt Vorsitzende Dr. Dagmar Schlapeit-Beck.

Der öffentliche Dienst und die Betriebe und Gesellschaften mit kommunaler und öffentlicher Beteiligung müssten bei der Förderung von Frauen ein Vorbild sein. Schlapeit-Beck kritisiert, dass beispielsweise dem Vorstand der Sparkasse Göttingen bisher noch nie eine Frau angehört habe.

„Ebenso enttäuschend ist die Entscheidung der UMG aus den letzten Tagen, erneut einen Mann in den dreiköpfigen rein männlichen UMG-Vorstand berufen zu haben“, teilt die AsF mit. „Nicht nur die Frauen, sondern auch die Unternehmen und ihre Beschäftigten profitieren von einer neuen diversen Führungskultur.“ (Jan Trieselmann)

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