Kinder erhalten Einblick in Mediziner-Beruf

Teddy muss operiert werden: Studenten verarzten Kuscheltiere

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Volle Konzentration beim Zähne putzen: Zahnmedizin-Studentin Elena Bardich zeigt Sophie (4) aus der DRK-Kindertagesstätte in Bovenden, wie sie die Zähne von ihrem Hasen Peter wieder richtig sauber bekommt.

Göttingen. Gebrochenes Geweih, Zahnschmerzen, viele kleine Wehwechen: Die Teddydocs der Universitätsmedizin Göttingen verarzten am Dienstag und Mittwoch Kuscheltiere.

Teddy muss operiert werden: Studenten verarzten Kuscheltiere

„Shawn hat sich den Arm gebrochen“, erzählt Max Trauschke bei der Aufnahme in die Klinik. Wie das passiert ist, weiß der Junge aus Dankelshausen nicht. „Aber es war gestern“, sagt er. Das Schaf ist alleine unterwegs gewesen. Sein Kuscheltier ist sechs, er selbst fünf Jahre alt, erzählt er den Medizinstudenten.

Zusammen mit Medizin-Studentin Ronja Mengel geht es erstmal zum Röntgen: Shawn bekommt eine Bleischürze umgelegt, dann blitzt es einmal kurz. Zusammen mit Mengel sucht Max dann das richtige Röntgen-Foto heraus. „Guck mal, das ist der Arm von Shawn. Und da ist er gebrochen, siehst du das?“, erklärt Mengel und zeigt dabei auf eine der Aufnahmen.

Zum Glück ist der Bruch nicht kompliziert. „Operieren müssen wir nicht“, sagt Mengel. Stattdessen geht es zur Physiotherapie, danach wird der Arm verbunden. Max klebt selbst das Pflaster auf den eingewickelten Arm seines Stofftieres. Und die Kuscheltherapie, die Teddydoktorin Mengel verordnet, will er auch pflichtbewusst einhalten. Zum Abschluss gibt’s von der Teddydoc-Apotheke Gummibärchen, Kamillentee und ein Kühlkissen für den verletzten Arm von Shawn.

In der Osthalle der Universitätsmedizin haben die Kuscheltierdoktoren ein besonderes Krankenhaus in klein aufgebaut: Die Kinder kommen mit ihren Erziehern oder Eltern erst zur Aufnahme. Name, Alter, Größe und Verletzung des Kuscheltiers werden notiert, dann geht es mit einem Laufzettel vom Wartezimmer aus zu den Stationen: Zahnarzt, Röntgen, Operation, Physiotherapie. Auch durch den Rettungshubschrauber und einen Krankenwagen werden die Kindergruppen geführt.

Kindergartenleiterin Reinhild Mönnikes-Meng aus der DRK-Kindertagesstätte in Bühren ist begeistert von dem Kuscheltier-Krankenhaus: „Das nimmt den Kindern die Angst vor dem nächsten Arztbesuch.“ Mit den Teddydocs bekämen die Kinder auch einen Einblick in den Beruf, ist die Erzieherin überzeugt. „Die Kinder werden hier ganz toll betreut, die Studenten nehmen sich viel Zeit.“

Kinder, die sonst Angst vor dem Zahnarzt hatten, saßen dann doch auf dem Stuhl - natürlich zusammen mit ihrem Teddy, erzählt Mönnikes-Meng. So wie die vierjährige Sophie aus der DRK-Kita in Bovenden, die ihrem Hasen Peter fleißig die Zähne putzt. Ansonsten fehlt Peter zum Glück nichts. Nach dem Besuch bei Zahnmedizin-Studentin Elena Bardich verlässt sie mit ihrem Hasen die Teddy-Klinik.

Auch am Mittwoch sind die Teddydocs der UMG noch von 8 bis 17 Uhr im Einsatz.

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