Viel Resonanz auf Aufruf

Teddybär Kitty wartet bei der Göttinger Polizei weiter auf seinen Besitzer

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Teddybär Kitty: Er wartet noch immer bei der Göttinger Polizei auf seinen Besitzer.

Göttingen. Bei der Göttinger Polizei wartet seit einigen Wochen ein Plüschbär auf seinen Besitzer. Er war von Beamten im Göttinger Stadtteil Grone gefunden und auf die Wache gebracht worden.

Wir dokumentieren den aktuellen Stand der Geschichte: „Hallo, hier ist Eure Kitty.

Ihr wart alle so unwahrscheinlich nett zu mir und habt mir so viele tolle Nachrichten geschrieben, dass ich dachte, es wäre an der Zeit, mich endlich mal wieder zu melden. Viele von Euch wollten vor allen Dingen wissen, ob ich denn noch bei der Polizei bin. Ja, das bin ich!

Die Zeit ist so schnell vergangen. Über drei Wochen ist es nun schon her, dass ich von einem netten jungen Mann in Grone gefunden und dann von der Polizei mitgenommen worden bin.

Seitdem wohne ich in der Polizeiwache an der Groner Landstraße.

Ich hatte noch weiter sehnlichst gehofft, dass Du mich abholst. Doch leider ist das nicht passiert. Die Polizei hat mir gesagt, dass man mich vielleicht auch gestohlen hat und Du im Urlaub bist und deshalb auch noch gar nicht gemerkt hast, dass ich verschwunden bin. Das gibt mir natürlich weiter Hoffnung. Ich vermute aber, dass mich meine neuen Freunde nur trösten wollen.

Überhaupt haben sich alle ganz viel Mühe gegeben, um mich abzulenken. Das hat mir sehr geholfen und so hab ich mich irgendwie an die Situation gewöhnt. Trotzdem vermisse ich Dich noch immer.

Ich kann eben einfach nicht verstehen, was passiert ist. Auch die Polizei ist da ratlos. Alle halten weiter Augen und Ohren offen und hoffen, dass sich das Blatt für mich doch noch zum Guten wendet. Doch wann wird das sein? Und passiert es überhaupt?

Neulich habe ich mitbekommen, dass ich einen Tag bevor man mich auf dem Osterfeuerplatz gefunden hat, mit meinem Kinderwagen am Freibad in Rosdorf gesehen worden sein soll. Das hat mich sehr überrascht, denn das ist doch eine ganze Ecke weit weg von Grone. Eine Frau hat der Polizei dies mitgeteilt. Jetzt denke ich schon, vielleicht wolltest Du mich einfach nur loswerden. Aber warum hast Du mich dann nicht in einen netten Kindergarten gebracht? Dort wäre ich bestimmt willkommen gewesen und nicht so allein, zwischen vielen Kindern und auch bestimmt anderen Teddybären.

Mein verzweifelter „Brief an Dich“ hat, ohne dass ich es erwartet habe, eine regelrechte Welle ausgelöst. Dabei wollte ich doch nur, dass Du mich endlich nach Hause holst. Stattdessen bekam ich innerhalb kürzester Zeit wahnsinnig viele tolle Nachrichten und lernte jede Menge netter Leute kennen, die mich alle gern sofort bei sich aufnehmen wollten. Aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland trafen wundervolle Worte der Zuneigung und auch Fotos von anderen Bärchen ein. Das hat mir sehr gut getan und dafür möchte ich ein riesengroßes Dankeschön loswerden. Das lag mir schon die ganze Zeit auf der Seele. (...)

Mit meiner Zukunft wollten wir uns lange überhaupt nicht beschäftigen. Deshalb haben wir das unangenehme Thema immer wieder vor uns hergeschoben und auch verdrängt. Doch es wird natürlich Zeit, darüber nachzudenken. Letzte Woche haben wir uns also getroffen und geredet. Muss ja sein. Fest steht auf jeden Fall, dass ich bis noch zum Winter bei der Polizei bleiben werde, wenn Du mich nicht doch noch abholst (?). Außerdem ziehe ich in den kommenden Tagen in die Wache in der Otto-Hahn-Straße um. Die ist in Weende, nahe der Universität.

Das Gebäude ist etwas kleiner und liegt mitten im Grünen. Es wird mir gut tun, wieder mal was Neues zu sehen und zu erleben. Zum Jahresende (ich fände ja Weihnachten schön) werden wir dann gemeinsam versuchen, ein neues Zuhause für mich zu finden. Es haben sich in den letzten Wochen so viele interessante Möglichkeiten ergeben. Vielleicht komme ich auf eine davon zurück. Aber es kann gut sein, dass ich in Göttingen bleibe. Man wird sehen. Ich halte Euch auf dem Laufenden, versprochen! Eure Kitty“

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