Erfolgreiche Aktion der Uni-Klinik

850 besondere "Patienten" kamen ins Teddybären-Krankenhaus

Sterile Bedingungen beim verbinden der Holzpuppe: Medizinstudentin Judith Buse versorgt die Puppe Frida in der Teddybärenklinik und die besorgte Besitzerin Klara hilft ihr. Foto: UMG/Pförtner/nh

Göttingen. Alle Behandlungsplätze belegt, das Warte- und Spielzimmer voll - so sah es in der Osthalle des Uni-Klinikums aus, als dort das Teddybären-Krankenhaus geöffnet hatte.

40 bis 60 Patienten werden täglich in der Notfallaufnahme der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) versorgt. Die Mitarbeiter des Teddybärenkrankenhauses können über solche Behandlungszahlen nur Schmunzeln: Sie behandelten am Mittwoch und Donnerstag mehr als 850 Patienten der besonderen Art.

Plüschtiere vom Kuschel-Hasen bis Schmuse-Schwein, Einhörner, Holz- und Kunststoffpuppen sowie natürlich Teddybären hatten sich in der Anmeldung der Teddybärenklinik, die in der Osthalle aufgebaut war, vorgestellt, beziehungsweise wurden von ihren Besitzern angemeldet.

Für manches Tier ging es glimpflich ab, sie kamen mit Tipps zur Zahnpflege davon, oder erhielten eine Tapferkeitsurkunde nach der Behandlung. Andere Patienten landeten nach einer Röntgenaufnahme auf dem OP-Tisch – und so manches abgerissene Körperteil wurde wieder angenäht.

Beruhigt jedenfalls gingen alle Stofftierbesitzer wieder nach Hause. Die etwa 60 Medizin- und Zahnmedizinstudenten hatten den kleinen Lieblingen geholfen und den jungen Besitzern so die Angst vor dem nächsten Klinik-Besuch genommen.

Nach zwei Tagen Großeinsatz und Dauerbetreuung bilanzierten die Organisatoren und Medizinstudierenden des Teddykrankenhauses zufrieden: „Das Teddykrankenhaus war ein voller Erfolg.“ Dafür sorgten vor allem die vielen Gruppen aus Kindergärten und -Kindertagesstätten.

So geht der Mund auf: Die Zahnmedizinstudentinnen Eva Jenderny und Stefanie Matschmann zeigen einer Patientin der Teddybärenklinik wie es geht. Foto: UMG/Pförtner/nh

Organisiert wird das Projekt von Medizinstudierenden der UMG und unterstützt von der Fachschaft Medizin. Ziel ist vor allem, Kindern den Umgang mit dem Thema Krankheit und Behandlung, sowie den Kontakt mit helfenden Ärzten und Therapeuten näher zu bringen. Schwellenängste werden so abgebaut.

Schirmherr des Teddy-Krankenhauses war Prof. Dr. Thomas Paul, Direktor der Klinik für pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin der UMG. Der Professor kam selbstverständlich auch zur Chefvisite in die Osthalle und schaute auch in den einzelnen Behandlungsboxen vorbei.

Nicht zu vergessen: Die Johanniter waren mit einem Rettungswagen vor dem Eingang zur Osthalle und erklärten Fahrzeug und Einsätze.

Schon jetzt ist klar, dass die Teddy-Klinik 2018 wieder öffnen wird, wie Mitorganisator Carsten Dempwollf sagt.

Dann wird es wohl auch wieder Warteschlangen und ein volles Wartezimmer geben. Aber: Die Teddybärenklinik ist zwar etwas Besonderes im Uni-Klinik-Betrieb, aber irgendwie auch etwas Ähnliches. Denn Warten gehört nun einmal zum Krankenhaus-Alltag für Patienten dazu. 

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