Teilzeitausbildung für Altenpfleger läuft gut an

Beratung und Betreuung: Diese Themen werden für Senioren immer wichtiger. Foto: Brüßler

Göttingen. Die niedersachsenweit erste Teilzeitausbildung in der Altenpflege ist in Göttingen gut angelaufen.

Gleichzeitig soll der Bereich „Senioren“ durch die Einrichtung einer Anlaufstelle für ältere Menschen gestärkt werden.

Das wurde im Sozialausschuss bekannt. Die Teilzeitausbildung in der Altenpflege läuft seit September in Göttingen, wo man damit auf den Personalmangel im Bereich Altenpflege reagiert. Göttingen ist die erste Stadt in Niedersachsen, die diese Form der Ausbildung möglich macht.

„Die Ausbildung wurde allein von fünf Personen mit Kindern, manchmal auch Alleinerziehenden, angefangen und leistet somit einen guten Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Christine Müller.

Richard Wagner, Schulleiter der Berufsfachschule Altenpflege der Bildungsvereinigung „Arbeit und Leben“ erklärte das Göttinger Modell: „Wir haben momentan sieben Teilzeit-Auszubildende, davon fünf Frauen und zwei Männer.“

Im Blocksystem von sechs Wochen Schule und acht Wochen Praxisphase in den Senioren- oder Pflegeeinrichtungen lernen sie zusammen mit Vollzeitauszubildenden. Nach dreieinhalb Jahren Ausbildung machen sie den selben staatlichen Abschluss, wie die Auszubildenden in einer Vollzeitausbildung.

Für die bessere Einbindung von älteren Menschen in ihren Stadtteil und die Vernetzung mit Stadtteilakteuren entwickelte der Verein Zoom ein Konzept, das nun mit Landesgeld gefördert werden soll. Barbara Nägele vom Verein erläuterte den Anlass: „Es geht darum, selbstständig in seinem Quartier älter zu werden. Dabei haben wir festgestellt, dass in Stadtteilen wie dem Leineberg fast die Hälfte der über 65-Jährigen allein lebt.“

Über Workshops in den Stadtteilen Grone-Süd, Weststadt, Leineberg und Holtenser Berg fand der Verein heraus, welchen Bedarf es vor Ort gibt und wie Maßnahmen aussehen könnten.

„Generell sind die Menschen in ihren Stadtteilen zufrieden und wollen dort bleiben, aber dabei gibt es viele Ängste.“ Diese drehen sich vor allem um die barrierearme Gestaltung von Wohnraum und Umgebung, wo die Ausgangslagen in den Stadtteilen sehr unterschiedlich seien.

Auch die Kosten der Umbaumaßnahmen spielen dabei eine Rolle, sagte Nägele: „Viele Menschen haben Angst sich das nicht leisten zu können. Inbesondere in der Weststadt und in Grone Süd plädieren wir dafür, privatwirtschaftliche Wohnungsunternehmen in die Pflicht zu nehmen.“

Außerdem müssten stadtweite Angebote in den bestehenden Strukturen besser bekannt werden und in den Stadtteilen verankert werden. Am Holtenser Berg fehle ein Stadtteilzentrum gänzlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.