Sozialdezernentin: Tests als Öffnungsoption für Sport und Kultur

Mehr Freiheiten mit Corona-Tests möglich – aber kein Freifahrtschein für Feiern

Auf einem Fußgängerweg in einer Straße mit Häusern steht ein Schild.
+
Die Maskenzone in Göttingen umfasst die Innenstadt samt Wall und Albaniplatz. Schilder, wie hier in der Goethe-Allee, weisen darauf hin.

Die Lockerungen bei Sportaktivitäten und Treffen haben bisher nur an einem Tag gegriffen. Angesichts der Lockdown-Verlängerung sind kurzfristige Lockerungen unwahrscheinlich.

Göttingen – Die vom Gesundheitsamt für die Stadt Göttingen ab Samstag ermöglichten Lockerungen vor allem in Bezug auf Sportaktivitäten und Treffen von Personen, haben bisher nur an einem Tag gegriffen. An allen weiteren Tagen lag der Inzidenzwert knapp über der Messlatte 35.

Angesichts der Verlängerung des Lockdowns bis zum 18. April ist Sozialdezernentin Petra Broistedt (SPD) nicht optimistisch, dass es kurzfristig zu Lockerungen kommen könne.

Stets stünde auch die Sicherheit der Menschen im Vordergrund und bestimme alle eventuellen Lockerungsmaßnahmen, betonte Petra Broistedt am Dienstag erneut.

Die bereits verfügten Lockerungen für Zusammenkünfte bei einem Inzidenzwert von unter 35 sind in diesem Licht zu bewerten: Sie treten nur in Kraft, wenn die allgemeine Lage es zulässt.

Stadt bemüht sich um Kooperationspartner für mehr Tests

Die Dezernentin für das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen sagt, dass man auf mögliche Lockerungen gut vorbereitet sein will. Man stelle die Weichen, um Schritt für Schritt mit Öffnungsszenarien starten zu können. „Die Pandemie wird uns noch länger beschäftigen.“

Gerade deshalb sei es „richtig und wichtig“, Strategien zu entwickeln, wie die Menschen sicher mit der Pandemie leben können. „Dazu zählen auch Lockerungen und Öffnungen.„Es ist unser Ziel, weitere Lockerungen nur mit einer gut unterlegten Test-Strategie anzugehen.“

Essenziell sei weiter die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln, das Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie vor allem die Erhöhung der Impfquote. Bei Letzterer aber sei die Stadt leider abhängig von den Impfstofflieferungen des Landes.

Und es bedürfe des deutlichen Ausbaus von Schnelltestkapazitäten – in Stadt und Landkreis. Hier drücke die Stadt gerade auf die Tube, bemühe ich um Kooperationspartner. Die Gespräche verlaufen laut Broistedt durchaus vielversprechend. So wolle das Testzentrum gegenüber dem Cinemaxx die Kapazität deutlich aufstocken.

Sichere Freizeitaktivitäten nur bei regelmäßigen Testungen

Selber könne die Stadt neben dem Impfzentrum Siekhöhe nicht auch noch Schnelltestzentren betreiben, dafür reichten die Ressourcen nicht aus, sagte Broistedt gegen über der HNA.

Welchen Stellenwert die Schnelltests in naher Zukunft spielen können, spiegelt sich in der folgender Aussage der Sozialdezernentin: Nur, wenn sich alle Göttingerinnen regelmäßig testen lassen könnten, seien sichere Freizeitaktivitäten, Restaurantbesuche oder Einkäufe denkbar.

Wie berichtet, strebt Göttingen weiter hin an, vom Land als Modellkommune „Sichere Stadt durch Schnelltests“ anerkannt zu werden.

Negatives Testergebnis ist kein Freifahrtschein für Feiern

In der Modellphase könne mit einzelnen Einrichtungen geschaut werden, welche Schritte in die richtige Richtung gingen und an welchen Schrauben noch gedreht werden müsse, sagt Broistedt. „Was sich als nicht hilfreich erweist, muss dann auch konsequent wieder eingestellt werden“, verdeutlicht die Dezernentin.

Sie sei aktuell im Austausch mit Sportvereinen und kulturellen Einrichtungen, um gemeinsam zu prüfen, wie eine gute Öffnungsstrategie umgesetzt werden könne. „Denkbar ist, dass beispielsweise kulturelle Einrichtungen wie Theater oder auch einzelne Sportvereine öffnen dürfen. Ein Besuch oder ein Training wären nur nach vorherigem Test mit negativem Ergebnis möglich.“

Dabei gelte aber: ein negatives Testergebnis dürfe nicht als Freifahrtschein für anschließende Feiern gesehen werden. Wenn sich das Konzept als praktikabel erweise, könnten nächste Schritte erprobt werden – oder die Strategie werde angepasst. (Thomas Kopietz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.