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Grüne: Bauverwaltung trägt Mitschuld an teurer Stadthallensanierung

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Von: Thomas Kopietz

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Bauzaun bleibt bis weit ins Jahr 2023: Die Stadthalle in Göttingen wird runderneuert und sorgt für immer neue Kostensteigerungen. Darüber gibt es Kritik.
Bauzaun bleibt bis weit ins Jahr 2023: Die Stadthalle in Göttingen wird runderneuert und sorgt für immer neue Kostensteigerungen. Darüber gibt es Kritik. © Thomas Kopietz

Die Sanierung der Stadthalle Göttingen wird deutlich teurer als erwartet. Laut den Grünen trägt die Bauverwaltung eine Mitschuld an der Kostenexplosion.

Göttingen – Die Bauverwaltung der Stadt Göttingen sei stark mitverantwortlich für die Kostenexplosion bei der Sanierung der Stadthalle. Diese Aussage kommt von der Grünen Ratsfraktion. 41,5 Millionen Euro wird das Projekt nun nach jüngsten Kalkulationen verschlingen.

Damit wird die Sanierung der Stadthalle Göttingen mehr als doppelt so viel kosten, wie 2017 bei Beginn der Sanierungsbeginn angenommen. „Das macht alle Befürchtungen, wie sie auch schon von Beginn an öffentlich formuliert wurden, wahr“, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen.

Grüne: Bauverwaltung trägt Mitschuld an teurer Sanierung der Stadthalle Göttingen

Zwar seien einige Entwicklungen, wie die Preissteigerungen auf dem Bausektor so nicht vorhersehbar gewesen, aber dennoch liege ein „beträchtlicher Teil Verantwortung für die gerade im vergangenen Jahr aufgetretenen Kostensteigerungen in der massiven Untersteuerung durch die Hochbauverwaltung“, sagt Fraktionschef Rolf Becker.

So schlägt er den Bogen zu Fehlern in der Personalpolitik der Verwaltung: Die Mängel dort seien auch Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler und seiner Nachfolgerin Petra Broistedt (beide SPD) bekannt gewesen.

Um bei weiteren großen Bauprojekten „ähnliche Desaster zu vermeiden“, fordern die Grünen, dass die Stadtverwaltung „von Beginn an ein fachlich qualitätsvolles Team für die Begleitung und Steuerung“ zusammenstellt, dessen zentrale Aufgabe ein belastbares Kostencontrolling sein müsse.

Bauprojekte: Deutsche Theater, Göttinger Museum, Hainberg-Gymnasium, Geschwister Scholl Gesamtschule

„Wenn wir diese Personalressourcen nicht schaffen, brauchen wir mit den anderen Hochbauvorhaben, wie der Sanierung und Erweiterung des Deutschen Theaters, dem Göttinger Museum oder auch den Schulgebäuden des Hainberg-Gymnasiums und der Geschwister Scholl Gesamtschule gar nicht erst anfangen“, wird Becker deutlich.

Derweil führt als Interimschef Erster Stadtrat und Kämmerer Christian Schmetz das Bau-Ressort fast komplett. Er betonte kürzlich, dass es nach der Abwahl von Baurätin Claudia Baumgartner im Mai darum ginge, zügig einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden – Bewerbungen lägen vor und würden geprüft. Eine Entscheidung sei aber vor der Sommerpause nicht zu erwarten.

Generell plant die Stadt die Beteiligung externer Fachleute und Firmen für die Begleitung großer Bauprojekte, wie es die Grünen fordern. So laufen zurzeit Abstimmungen mit der Städtischen Wohnungsbau.

40-Millionen-Euro-Schallmauer fällt: Die Sanierung der Stadthalle Göttingen wird deutlich teurer als geplant

Die Grünen kritisieren in Bezug auf die aktuelle Kostensteigerung, dass „die Verwaltung die Fraktion über das Ausmaß und die Gründe dieser Kostensteigerungen komplett im Dunkeln hat stehen lassen“. Die Grünen hätten vor drei Jahren einer Kostenerhöhung auf 30 Millionen Euro nur zugestimmt, weil eine „engmaschigere Information des Rates“ versprochen worden sei.

Das sei nicht geschehen, wie Ausschussmitglied Dagmar Sakowsky betont. Weitere Bedingung für die Grünen-Zusage damals, sei laut Sakowsky gewesen, dass die Verwaltung damals versichert habe, „nun genügend Puffer für alle Eventualitäten bei Kostensteigerungen zu haben“.

Becker gesteht aber auch ein: „Dass die Baukosten in diesem Ausmaß steigen würden, war in der Tat vor drei Jahren nicht vorhersehbar.“ (tko)

Rund um die Stadthalle Göttingen sollen künftig mehr Bäume und Behindertenparkplätze zu finden sein.

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