„The Chippendales“ bringen Stadthalle zum Kochen

Kleidung ist zum Ausziehen da: In der Show der Chippendales in der Göttinger Stadthalle drehte sich alles um den erotischen und sehr männlichen Striptease. Foto: Leissa

Göttingen. Sie wackeln mit den Hüften, streifen sich die Hosen ab und zerreißen ihre Unterhemden: Das Männertanzensemble die Chippendales brachte die Göttinger Stadthalle zum Kochen.

Vor ausverkauften Publikum zeigten die neun Tänzer in einer zweistündigen, Lichteffekt-starken Show ihr Können.

Die Veranstalter versprechen, dass die Show der Chippendales jede Frauenfantasie abdeckt. Das Versprechen können die Dales erfüllen, vor allem mit der Darbietung von Stereotypen. Die Herren schwingen zu Radiohits vergangener Sommer und Musikklassikern wie „Foot Loose“ ihre Hüften und beweisen, dass man keine aufwendigen Kostüme braucht, um sein Publikum vor Vergnügen zum Schreien zu bringen.

Die Jungs bringen ein Kaleidoskop männlich dominierter Berufe auf die Bühne: Mal treten sie als sehnsuchtsvolle US-Marinesoldaten in schicken Uniformen auf, mal beweisen sie als Bauarbeiter, Feuerwehrmänner, Profi-Sportler oder Farmer, dass sie auch hart anpacken können. Der Einfluss der amerikanischen Film- und Musikindustrie geht dabei auch an den Dales nicht vorbei - unterhaltsam verpackt in kleine Geschichten rund um den Macho mit Herz.

Ihre muskulösen Körper sind dabei aber ganz klar der Hauptgrund, weshalb das überwiegend weibliche Publikum zwischen Studentin und Seniorin entzückt aus den Sitzen springt, wenn zum wiederholten Male weiße Unterhemden verrissen werden und beispielhafte Sixpacks freigeben. Mehr als nackte Männerhintern bekommt Frau dann aber nicht zu sehen.

Für Sinnlichkeiten und einen Hauch Romantik sorgen Tanzeinlagen, die zum Beispiel dem Musical „Der König der Löwen“ ähneln oder sich am Buch- und Film-Bestseller „Fifty Shades of Grey“ orientieren.

Nicht nur sehen, sondern auch anfassen ist möglich: Wer glaubt, dass nur die Reihen direkt vor der Bühne die besten Plätze haben, der irrt. Die Chippendales tanzen auch durch die Stadthalle, lassen Berührungen zu oder leihen sich für ihre Show Habseligkeiten wie Brillen von ihren Fans aus.

Das Ensemble bindet zudem in einer Handvoll der Stücke das Publikum ein - ein Service, den die Frauen mit ohrenbetäubenden Jubeln belohnen. Dabei geht es nicht immer sittsam zu, denn wer auf die Bühne geholt wird, dem wird auch was geboten. Nur so viel sei verraten: Über die muskelbepackte Brust streicheln ist das Harmloseste.

Wer ansehnliche nackte Männer sehen will, die sich zu lauter Musik und zu einer farbenfrohen Lichtshow erotisch bewegen, ist bei den Chippendales genau richtig. Und wen die Muskeln nicht überzeugen, der schmilzt spätestens beim eindeutig zweideutigen Augenzwinkern der jungen Männer dahin.

Chippendales in der Göttinger Stadthalle

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