1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

„The Present“ bietet „Händel im Affekt“ - acht Stimmen und ein Donnerblech

Erstellt:

Von: Ute Lawrenz

Kommentare

Acht Stimmen auf der Bühne: So präsentierte sich das A-capella-Vokalensemble „The Present“ auf der Bühne in der Sheddachhalle.
Acht Stimmen auf der Bühne: So präsentierte sich das A-capella-Vokalensemble „The Present“ auf der Bühne in der Sheddachhalle. © Ute Lawrenz

Ohne eine Zugabe ging nichts. „Neue Horizonte“ hat das Vokalensemble „The Present“ vorgeführt. Mit zeitgenössischer Musik mit Passagen aus den Werken von Händel.

Göttingen – „Neue Horizonte“ hat das Vokalensemble „The Present“ gemäß dem Motto der Händelfestspiele in der Göttinger Sheddachhalle vorgeführt.

Aus der Verflechtung von zeitgenössischer Musik mit Passagen aus den Werken Händels ist das Musikdrama „Händel im Affekt“ für „acht Stimmen und ein Donnerblech“ geworden.

Das Konzept des solistischen Vokalensembles sei es, alte und neue Musik zu verbinden, um beides neu erfahrbar zu machen, heißt es in einem Beitrag aus dem Internet über die a-capella-Gruppe.

Ein Workshop über das Wesen der Seele

Im Rahmen der Göttinger Händelfestspiele zeigen die acht Darsteller dafür folgende Geschichte: In einem Workshop über das Wesen der Seele sollen die Individuen sich finden.

Orientierung sollen dabei die Theorien von Johann Mattheson, Athanasius Kircher und René Descartes bieten.

Wie üblich in solchen Seminaren spielt ein Ball eine bedeutende Rolle. Bei „The Present“ ist es ein bunter Wuschelball, der von einem zum anderen dirigiert wird. Kaum einer freut sich, ihn zu bekommen. Denn landet er bei dir, musst du dich zeigen.

Alles findet Form in Sprache, Gesang und Rhythmus

Weil der Druck auf den einzelnen stetig wächst, will der eine oder andere zunächst passen. In den meisten Fällen geht es dann doch. Jeder überdenkt seine Situation und funktioniert schließlich in der Gruppe.

Wie bei „The Present“ halten manche es nicht aus. Emotional auf einem hohen Punkt der Spannung will eine ausbrechen, alles zertrümmern. Kann auch sie schließlich Teil der Gruppe werden? Das alles findet Form in Sprache, Gesang und Rhythmus.

Um die Emotionen nach außen zu tragen, hat die Gruppe Musik von Georg Friedrich Händel sowie aus der Neuzeit - von Luciano Berio, Steve Reich, Georges Aperghis und Lucia Ronchetti - genommen.

Ohne Zugabe ging nichts

Stark sind dabei die rhythmischen Passagen. Mal reicht aneinandergeriebenes Papier, um rhythmische Akzente zu setzen, mal erwächst aus dem Applaus eine rhythmische Bewegung.

Hanna Herfurtner und Olivia Stahn (Sopran), Amélie Saadia und Georg Bochow (Alt), Robert Sellier und Tim Karweick (Tenor) sowie Elias Arranz und Felix Schwandtke (Bass) haben eine gute Vorstellung geboten.

Das Publikum, das leider die Sheddachhalle nicht füllte, applaudierte begeistert auch mit Bravorufen. Ohne Zugabe ging „The Present“ nicht. (Ute Lawrenz)

Auch interessant

Kommentare