Theater um die Burg Plesse

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Zeitreise-App: Plesse-Hannchen (Monika Giro) begleitet Moderator Frank Plesseberg (Joseph Smith) bei seinem Trip durch die Geschichte der Burg. 

Göttingen. Ein Theaterstück mit Bezug zur Historie der Burg Plesse bei Eddigehausen – das ist „Alles Theater!“, das am Samstag im Theater im OP (ThOP) zu sehen war.

Kurzweilig, humorvoll und mit Anspielungen auf die Gegenwart bietet „Alles Theater!“ eine szenische Zeitreise durch die tausendjährige Geschichte der Burg Plesse. Die Amateurschauspieler haben es mit viel Engagement und Liebe einstudiert.

„Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von ‘Hart aber weich´ mit Ihrem beliebten Moderator Frank Plesseberg!“ beginnt die Vorstellung. In der Inszenierung reist der Angersteiner John Smith als Frank Plesseberg durch die Geschichte der Burg bei Eddigehausen. Er will wissen, wie es damals wirklich war. Ein Schelm, wer bei diesem Namen nicht an den bekannten Fernsehmoderator Frank Plasberg denkt.

Mit der Zeitreise-App auf seinem I-Pad steuert Plesseberg seine Jagd durch die Geschichte der Burg. Dabei trifft er Persönlichkeiten, die das Schicksal der Burg wesentlich bestimmt haben oder mit ihr verbunden sind.

So erfährt der Zuschauer, dass der welterfahrenen Goethe (Moritz Auerbach) von der Burg fasziniert war und sich dort zu einem Gericht inspirieren ließ. Er erlebt die Visionen von den gewaltigen Plänen des ehrgeizigen Bischofs Meinwerk von Paderborn (Jürgen Bittrich), dem die Burg ihre Ersterwähnung 1015 verdankt. Und er bekommt einen Eindruck davon, wie sich Königin Marie von Hannover (Marina Busco) und ihr blinder Ehemann König Georg V. (Hans-Peter Hucke) im 19. Jahrhundert entschließen, an dem mächtigen Ensemble über dem Leinetal Restaurierungsarbeiten vorzunehmen.

Auf vielen Stationen wird Plesseberg von der bekannten und reizenden Hure Plesse-Hannchen (Monika Giro) begleitet. Sie überrascht durch Bildung und Sprachkenntnisse, die sie ihren vielen Beziehungen zu Göttinger Studenten und Professoren verdankt. Lesen kann Hannchen nicht, aber auf ihr Gedächtnis kann sie sich verlassen, wie sie freimütig bekennt.

Das Besondere: Die Story-Line wurde von Gudrun Keindorf entwickelt, die zu den Plessefreunden gehört. Dieser Verein mit mehr als 500 Mitgliedern engagiert sich für die Burg, kümmert sich auch um die Erforschung.

Die Mitwirkenden haben das Stück selbst geschrieben, dass zurzeit in der Aula am Waldweg, aber auch in der Festwoche zum tausendjährigen Jubiläum der Burg vom 15. bis 20. September viermal vor Ort aufgeführt wird. Regie führt Klaus-Ingo Pißowotzki, unter dessen Federführung auch die Texte entstanden.

• Infos zum Stück und zur Burg gibt es im Internet unter www.thop.uni-goettingen.de und www.freunde-burgplesse.de

Von Hans-Peter Niesen

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