Theater

Theaterstück zur Klimakrise

Bunte Karten: Im Theaterspiel zur Klimakrise Ich, Du – Wir Wir Wir werfen die Mitwirkenden in einen pinkfarben umrandeten Kreis: Sinnbild für unterschiedliche Meinungen, Standpunkte und Menschen.
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Bunte Karten: Im Theaterspiel zur Klimakrise Ich, Du – Wir Wir Wir werfen die Mitwirkenden in einen pinkfarben umrandeten Kreis: Sinnbild für unterschiedliche Meinungen, Standpunkte und Menschen.

Eine eindrucksvolle Premiere – Corona bedingt im ganz kleinen Kreis – feierte die freie Göttinger Theatergruppe „Boat People Project“ mit dem Theaterspiel zur Klimakrise „Ich, Du – Wir Wir Wir“.

Göttingen – Zunächst wirkten die 13 Masken tragende Gäste im Werkraum an der Stresemannstraße in Grone etwas verloren. Mit Sicherheitsabstand hatten sie sich um einen pinkfarben umrandeten Kreis verteilt und starrten schweigend auf ein kleines, bauchiges Glas, aus dessen Mitte ein dunkles, Zahnstocher ähnliches Gebilde ragte. Es zog die Blicke magisch auf sich, minutenlang rührte sich niemand, bis eine junge Frau einen Schritt in den Kreis wagte, ihren Fuß aber sofort wieder zurückzog.

Das Rätsel wurde schließlich gelöst, aber an dieser Stelle wird nichts über das Wie oder das Was verraten, um den Gästen der weiteren Aufführungen nicht die Spannung zu verderben oder wie es im heutigen Jargon heißt „zu spoilern“.

Der Kreis mit seinen drumherum angeordneten Buchstaben und Ziffern ist ein bestimmendes Element des Stücks, in dem die Zuschauer zu Akteuren werden in einem Spiel, in dem es in Sachen Klimakrise mit Erderwärmung, Dürren und anderen Katastrophen gilt zu handeln, lieber heute als morgen oder übermorgen.

Reimar de la Chevallerie, Jonas Feller, Sofie Ruffing und Christopher Weiß haben dafür Szenarien entwickelt, in denen den Mitwirkenden wie selbstverständlich deutlich wird, wie schwer es ist, in unterschiedlichen Gruppen Haltung zu zeigen und Stellung zu beziehen.

Das spannende daran ist, dass sich die Gäste nicht persönlich kennen, trotzdem aber eine gemeinsame Position finden sollten. Das heißt, die Teilnehmer müssen sich einbringen, sagen, was sie denken und können dabei ihre eigenen Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Klimaauswirkungen überprüfen: etwa bei ihrer Ernährung, ihrem Mobilitätsverhalten oder bei ihrer Internetnutzung, beispielsweise dem Streaming von Filmen beziehungsweise Musik.

Am Ende müssen die Teilnehmer eine große Entscheidung treffen. 20 Minuten haben sie Zeit dazu – eine Herausforderung und zugleich ein Bild dafür, wie anspruchsvoll es ist, unterschiedliche Auffassungen im Kleinen und Großen unter einen Hut zu bringen – ein Spiegel für die Funktionsweisen von politischem und gesellschaftlichem Handeln.

Vier Testläufe hatte das Theatergame, das sich auch gut für Schulen eignet, unter der Produktionsleitung von Nina de la Chevallerie vor der Premiere absolviert. (Von Hans-Peter Niesen)

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