Thema des Jahres

Im Eiltempo entstanden neue Wohnheime für Flüchtlinge in Göttingen

Große u-förmige Anlage: Neubau Flüchtlingswohnheim mit 300 Plätzen an der Europaallee in Göttingens Westen. Foto: Kopietz

Göttingen. Für Flüchtlinge musste in Göttingen im abgelaufenen Jahr schnell Wohnraum geschaffen werden. Das sorgte für viele Diskussionen.

Mehr als 800 Flüchtlinge sind 2016 nach Göttingen gekommen - seit 2013 sind es etwa 2300. Die Stadt Göttingen und viele Ehrenamtliche, auch in einigen Flüchtlingsinitiativen in den Stadtteilen, haben Großes geleistet, aber es gab auch Probleme und Diskussionen - auch politischen Streit.

Das Ergebnis aber ist bemerkenswert: Die Stadt hat neue Wohnheime gebaut - dazu das ehemalige Institut des Wissenschaftlichen Films (IWF) am Nonnenstieg und die große Einrichtung im - leider etwas abgelegenen - Industriegebiet an der A7 Siekhöhe, eingerichtet. Der Umbau dort kostete etwa 2,5 Millionen Euro für 400 Plätze.

Neue Wohnheime wurden 2016 bezogen, in der Weststadt am Hagenweg (100 Personen, 19 Wohnungen, Kosten 3.2 Millionen Euro), am Schützenplatz (208 Menschen, 3,2 Millionen Euro), an der Europallee Holtenser Berg. (300 Bewohner, 7,5 Millionen Euro). Die Stadt betreut in ihren Einrichtungen in diesen Tagen mehr als 1500 Menschen.

Die errichteten Gebäude können zum Teil umgebaut werden und später weiter günstigen Wohnraum bieten.

Über die zum Teil plötzliche Umsiedlung gegen den Willen einiger Flüchtlinge wurde gestritten, auch, weil kleinere Einrichtungen aufgegeben wurden, um die Betreuung und Versorgung zu vereinfachen. In Weende waren die Flüchtlinge integriert, sie mussten dennoch umziehen.

Dafür hageltes es herbe Kritik für die Stadt: Das Wort „unmenschlich“ kursierte, was Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler weh tut: „Wer so etwas sagt, der vergisst, was in dieser Stadt für Flüchtlinge geleistet wird und wurde! Diese Kritik trifft auch viele in den Verwaltungen, die unglaublich viel gearbeitet haben - das ist ungerecht“, sagte er im HNA-Interview.

Köhler weiß auch: Noch ist die Flüchtlingskrise nicht vorbei - auch 2017 werden sie nach Göttingen kommen.

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