Neue Vereinbarung

Thema Sicherheit: Uni-Medizin und Göttinger Polizei sind jetzt Partner

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Die Partnerschaft zwischen Uni-Medizin und Polizei ist besiegelt: Darüber freuen sich (von links) Leitender Polizeidirektor Thomas Rath und die UMG-Vorstandsmitglieder Dr. Sebastian Freytag und Dr. Martin Siess.

Göttingen. Die Göttinger Polizei und die Universitätsmedizin (UMG) haben eine Sicherheitspartnerschaft vereinbart. Beide Seiten werden zukünftig noch enger als bislang zusammenarbeiten.

Erstmals wurde damit in Niedersachsen eine Partnerschaft dieser Art zwischen einem Großklinikum und der Polizei besiegelt. Hintergrund ist die veränderte Sicherheitslage in Deutschland. Täglich halten sich etwa 10 000 Personen in dem Klinikum auf, schätzt Dr. Sebastian Freytag, Vorstand Wirtschaftsführung und Administration der UMG. Seit anderthalb Jahren laufen intensive Gespräche zwischen den neuen Partnern.

Mit Blick auf die UMG sagte Thomas Rath, Leiter der Polizeiinspektion Göttingen: „Das ist eine kleine Stadt, die aber einen völlig ungesicherten Zugang von Personen ermöglicht.“ Deshalb sei die Uni-Medizin in besonderem Maße gefährdet. Ein Einzeltäter könne es mit geringer Vorbereitung schaffen, Angst und Schrecken in der Klinik zu verbreiten. Deshalb wollen sich UMG und Polizei gegenseitig „in die Karten“ schauen, soweit dies der Datenschutz zulässt.

Folgende Punkte wurden unter anderem vereinbart:

• Die Göttinger Polizei berät den Sicherheitsdienst der UMG bei Fragen von Verfahrens- und Handlungsanweisungen aus Sicht der Polizeibehörde und sofern in einzelnen Krisenfällen eine Zusammenarbeit von Polizei und UMG-interner Einsatzleitung notwendig wird.

• Die Polizei unterstützt die Klinik bei Auswertung von sicherheitsrelavanten Informationen, um beispielsweise Strafverfahren einleiten zu können.

• Es gibt gemeinsame Begehungen der öffentlichen zugänglichen Gebäude und Bereiche.

• Die UMG bindet die Polizei frühzeitig bei Planungen sicherheitsrelevanter Projekte und dem Einsatz technischer Hilfsmittel ein.

• Der Klinik-Sicherheitsdienst übermittelt der Polizei schnelle und genaue Informationen bei notwendigen Polizeieinsätzen und unterstützt die Beamten vor Ort, auch mit Personal.

• Die Polizei informiert die Uni-Medizin über alle Einsätze innerhalb der Klinik, sofern sie aus polizeitaktischen Gründen nicht verdeckt stattfinden müssen.

• Die Polizei bietet regelmäßig Informations- und Schulungstermine für die Führungskräfte der UMG an.

Der Leitende Polizeidirektor Thomas Rath machte deutlich, dass sich die Zahl der Straftaten mit 120 bis 130 im Jahr im Bereich der UMG derzeit in Grenzen hält. „Wir wollen, dass es so bleibt“, sagte Rath.

Zum Thema Sicherheit sind aber auch ganz praktische Aktionen geplant. So soll es im kommenden Jahr eine Großübung geben, bei der die gleichzeitige Behandlung von vielen Verletzten nach einem großen Unglück, zum Beispiel nach einem Busunfall, trainiert werden soll.

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