Tierpräparate wandern aus Theaterfundus ins Zoologische Institut

Exotisch und sehr alt: Jörg Kachel vom Deutsches Theater (rechts) übergibt die im Theaterfundus gefundenen Tierpräparate an Carsten Wortmann (Mitte) und Dr. Gert Tröster vom Zoologischen Museum. Foto: Leissa

Göttingen. Das Deutsche Theater (DT) überreichte am Donnerstag sechs Tierpräparate aus ihrem Requisitenfundus an das Zoologische Museum der Uni Göttingen.

Das Interesse der Wissenschaftler daran ist groß. Hintergrund: Für einige der ausgestopfte Tiere besteht ein Handelsverbot. Präparate sind daher selten und zum Teil kostbar.

Kühl und staubig ist es in der Halle der Musa am Hagenweg in Göttingen. Dort bewahrt das Göttinger Theater bislang seine großen Kulissen auf. Bei einer Aufräum-Aktion für einen Kostüm- und Requisitenverkauf stießen die Theatermacher im vergangenen Sommer auf die alten Tierpräparate.

Ein österreichischer Besucher des Fundus-Verkaufes hatte das Theater auf die Seltenheit eines Stückes aufmerksam gemacht. Der in der Sammlung enthaltene Malaienbär, das junge Flusspferd, der Laufvogel Kasuar aus Neuguinea und der Schabrackentapir sind nicht nur ungewöhnlich aussehende Tiere, einige von ihnen stehen sogar auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten der Weltnaturschutzunion „IUCN“.

„Wir können Sie nicht sachgerecht pflegen, deswegen geben die Tiere nun in die guten Hände des Zoologischen Museum“, sagt Jörg C. Kachel, Leiter der Theaterrequisite. Er ist seit der vergangenen Spielzeit am Deutschen Theater und wusste mit seinem ungewöhnliche Fund erst einmal nichts anzufangen. „Die Tiere sind ab und an in einigen Stücken auf der Bühne gewesen. Arthur zum Beispiel wird in der Anfangs- und der Schlussszene unserer Sidler-Inszenierung ,In der Fremde’ über die Bühne gerollt“, sagt Kachel und deutet auf einen Ameisenbär, der samt einer Hundeleine auf einem Rollbrett befestigt wurde.

Viele der Tiere sind für Inszenierungen umgestaltet worden - der Kasuar hat kleine Glühbirnen statt Augen. Einige Exponate sind zum Teil beschädigt und wurden notdürftig geflickt.

Jahrzehntelang standen die Präparate ungenutzt im Fundus, sodass niemand weiß, wie diese Stücke zum Theater kamen. „Vielleicht kommen Sie sogar von uns“, sagt Dr. Gert Tröster vom Zoologischen Museum. Er weiß von Aufräum-Arbeiten vor vielen Jahren, bei denen alte oder beschädigte Präparate aus dem umfangreichen Magazinbestand des Museums entfernt wurden. „Wir werden in nächster Zeit versuchen, den Ursprung der Präparate zu finden und dann beschließen, wie wir sie weiter nutzen werden.“

Bei ihrer Recherche erhoffen sich die Experten auch Hilfe aus der Bevölkerung. „Wir gehen bislang davon aus, dass die Präparate etwa 50 oder 60 Jahre alt sind. Vielleicht können sich ehemalige Mitarbeiter oder ältere Besucher an sie erinnern und uns bei diesem Rätsel helfen“, sagt Jörg Kachel.

Kontakt: Per E-Mail an presse@dt-goettingen.de

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