Verwaiste Jungtiere

Tierschützer päppeln 30 Eichhörnchen in Göttinger Auffangstation auf

Drei verwaiste Eichhörnchen sitzen nebeneinander und fressen ihr Futter in der Göttinger Auffangstation.
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In der Göttinger Auffangstation wird der verwaiste Eichhörnchen-Nachwuchs aufgepäppelt. Dort gibt es immer viel zu tun.

Tierschützerin Yvonne Rickmann hat wieder alle Hände voll zu tun: Die Göttingerin kümmert sich mit Mitstreitern um mehr als 30 verwaiste Eichhörnchen.

Göttingen - Schon in den vergangenen Jahren päppelte sie zahlreiche dieser Tiere auf. Für sechs kleine Eichhörnchen kam allerdings diesmal jede Hilfe zu spät, denn ihre Verletzungen waren zu schwer.

Rickmann freut sich, dass sie bei dem Projekt Hilfe bekommt. Acht junge Eichhörnchen durften zu den „Sollinger Inselhörnchen“ von Marina Cöster ziehen, drei gingen an die Artenschutzstation Sachsenhagen und drei weitere kamen zum Eichhörnchenprojekt am Kehr. Acht per Hand aufgezogene Jungtiere wurden zudem auf einem privaten Grundstück ausgewildert.

Die Station von Yvonne Rickmann fungiert hauptsächlich als Pflegestelle. Dort steht die Erstversorgung der Tiere im Mittelpunkt. Anschließend werden die possierlichen Nager an andere Stationen, vor allem im Solling, abgegeben.

Laut Rickmann hatte es Eichhörnchen „Pinocchio“ besonders schwer. Er kam mit einem Oberkieferbruch, einem beidseitigen Jochbeinbruch und einer abgerissenen Schwanzspitze in eine Tierklinik außerhalb Göttingens. Doch dort wurde der kleine Patient laut Rickmann falsch gewogen. Folge: Die Medikamente wurden überdosiert. Tierärzte aus Göttingen halfen dem Patienten wieder auf die Beine.

Tragisch endete allerdings das Schicksal von Eichhörnchen „Matteo“. Das erwachsene Männchen war vermutlich mit einem Luftgewehr in Nikolausberg angeschossen worden. Am Ende waren die Verletzungen an der Wirbelsäule zu schwer. Das Tier musste eingeschläfert werden, berichtet Rickmann auf ihrer Facebook-Seite.

Gute Nachrichten vermeldet die Tierschützerin hingegen von „Pumuckl“. Er hatte ein schweres Schädelhirntrauma und blutete anfangs aus der Nase. Es geht ihm jetzt bedeutend besser. Inzwischen ist das Eichhörnchen zu den „Sollinger Inselhörnchen“ umgezogen.

Eichhörnchen Pinocchio machte den Tierschützern zunächst Sorgen.

Um die Öffentlichkeit an ihrer Arbeit teilhaben zu lassen, hatte Yvonne Rickmann vor einiger Zeit eine Facebook-Seite für die Eichhörnchenstation eingerichtet, die hier zu finden ist. Darüber kann man auch Kontakt zu der Eichhörnchenfreundin aufnehmen.

Außerdem ist dort eine aktuelle „Wunschliste“ der Auffangstation zu finden. Wer möchte, kann darüber zum Beispiel Futter für die Göttinger Einrichtung spenden. (Bernd Schlegel)

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