Musiker gastiert in Max-Planck-Gymnasium

Tillmann Höfs: Cooler Hornist besucht aufgeschlossene Schüler

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Hornist als Dozent: Tillmann Höfs fesselte die Sc hüler in der Aula der Außenstelle Mini-Max des Göttinger Max-Planck-Gymnasiums.

Göttingen – Ein gelungenes Debüt als Dozent legte der erst 22-jährige Hornist Tillmann Höfs hin, als er Schülern des Max-Planck-Gymnasiums sein Instrument näherbrachte. Nach einem ersten Stück des Schweizers Daniel Schnyder erfragte Höfs, wer ein Instrument spielt, und bekam so schnell Kontakt.

Höfs erzählte kurz die Geschichte des Instruments, angefangen vom Signal-Geben auf Tierhörnern über das Posthorn bis hin zu dem Konzert-Instrument, wie wir es heute kennen.

Danach wurde der junge Musiker förmlich mit Fragen überschüttet. Wie lang ist ein Horn, wenn man es auseinanderbiegt? Viereinhalb Meter. Wie schwer? Anderthalb Kilo. Wie reinigt man das Horn? Mit warmen Wasser über Nacht in der Badewanne. Woraus ist es gemacht? Aus Messing in verschiedenen Legierungen, das zum Schluss lackiert wird.

Wieviel hat sein Horn gekostet? 7500 Euro, die er als Schüler nicht selbst hatte, deshalb hätten seine Eltern gezahlt. Höfs berichtete, dass er aus einem sehr musikalischen Elternhaus komme und vom siebten bis 13. Lebensjahr Trompete gespielt habe, weil sein Vater Trompeter sei.

Warum hält er die eine Hand im Trichter? Erstens, weil man so das Horn leichter tragen kann. Zweitens habe es historische Gründe, denn bevor es die Erfindung der vier Ventile gab, variierte man die Tonhöhe nicht nur mit der Lippenspannung, sondern auch mit der Platzierung der Hand im Trichter.

Interessant war Höfs Überzeugung, dass man mit Musik viel mehr ausdrücken könne als mit Sprache. Das habe ihn vor allem an der klassischen Musik immer fasziniert. Ein Lieblingsstück könne er nicht nennen, es sei ihm unmöglich zu wählen. Er höre neben viel klassischer Musik auch gerne Jazz und als Hamburger die Hip-Hop-Gruppe „Fettes Brot“.

Für die Zukunft wünscht sich Höfs, der in vielen Jugendorchestern Mitglied gewesen ist, in einem guten Orchester zu spielen, ohne auf Auftritte als Solist verzichten zu müssen. „Beides macht mir Freude“. Noch hat er als Erwachsener in keinem Orchester vorgespielt.

Die gut einstündige Lehreinheit, für die Tillmann Höfs kein Honorar bekommt, fand in der Aula des so genannten Mini-Max statt, der ehemaligen Mädchenschule neben der Albani-Kirche und Außenstelle des Göttinger Max-Planck-Gymnasiums. Am Ende gab es stürmischen Beifall und eine lange Schlange, um ein Autogramm zu bekommen. Der junge Hornist ist auf Facebook und im Internet für weitere Fragen erreichbar.

Die private gemeinnützige Institution Rhapsody in School besucht bundesweit pro Jahr 200 Schulen und erreicht damit 5000 Schüler. Insgesamt sind 900 Schulen und 470 ehrenamtlich tätige Künstler eingebunden. Es gibt Kooperationen mit Festivals, Konzert- und Opernhäusern und Orchestern. 2014 gab es einen ECHO-Klassik-Preis für Nachwuchsförderung. Spenden sind steuerlich absetzbar.

Weitere Infos zu Rhapsody in School gibt es hier.

Kooperation mit Göttinger Symphonie Orchester

Es war das erste gemeinsame Projekt des Göttinger Symphonie-Orchesters GSO und Rhapsody in School. Das GSO wird künftig Schüler, deren Eltern und die Lehrkräfte unterstützen, die in Verbindung mit dem Besuch einer Solistin oder eines Solisten deren oder dessen Konzert mit dem GSO besuchen möchten. Höfs spielte an zwei Abenden in der Aula der Universität mit dem GSO das 1. Hornkonzert von Richard Strauss.

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