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Tochter sexuell missbraucht: Sechs Jahre Haft für Vater

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Von: Heidi Niemann

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Hier wird verhandelt: Das Landgericht Göttingen hat 40 Termine im Prozess gegen den Mediziner angesetzt. Foto: Schlegel
Hier wurde verhandelt: Das Landgericht Göttingen verurteilte den Mann zu sechs Jahren Haft verurteilt. (Symbolbild) © Foto: Schlegel

Nach Überzeugung des Landgerichts Göttingen hat ein Vater seine damals fünfjährige Tochter sexuell missbraucht. Der Mann wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Göttingen – Das Landgericht Göttingen hat einen 32 Jahre alten Angeklagten wegen sechsfachen schweren sexuellen Missbrauchs sowie sechs weiteren Missbrauchsfällen zu einer Gesamtfreiheitstrafe von sechs Jahren verurteilt. Die Kammer befand den Angeklagten für schuldig, zwischen April und August 2021 seine damals fünf Jahre alte Tochter in Göttingen sexuell missbraucht zu haben.

Sechs Jahre Haft wegen sexuellen Missbrauchs: Chat-Austausch über Sex mit Kindern

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte sich in sechs Fällen in einem einschlägigen Internet-Portal mit anderen Chat-Partnern über Sex mit Kindern ausgetauscht und dabei auch angeboten hatte, sein eigenes Kind in sexuelle Aktivitäten einzubeziehen. Der Angeklagte habe dazu erklärt, dass er dies nicht ernst gemeint und deshalb auch falsche Adressen angegeben habe. Tatsächlich habe man im Zuge der Beweisaufnahme keine Hinweise gefunden, dass derartige Treffen stattgefunden hätten, sagte der Vorsitzende Richter Matthias Koller.

Sechs Jahre Haft wegen sexuellen Missbrauchs: Fotos und Videos

Die sechs weiteren Taten habe der Angeklagte im vergangenen Juli begangen. Der 32-Jährige habe einen Wochenendbesuch in Göttingen dazu ausgenutzt, sexuelle Handlungen an seiner damals fünf Jahre alten Tochter vorzunehmen und davon Fotos und Videos anzufertigen. Ziel sei es gewesen, diese Aufnahmen ins Netz zu stellen und mit Chat-Partnern auszutauschen. Er habe dann dem Mädchen als „Belohnung“ ein Stück Schokolade gegeben.

Das Gericht wertete es zugunsten des Angeklagten, dass dieser bislang nicht einschlägig vorbestraft sei und die Taten weitgehend gestanden habe. Als straferschwerend falle der Umfang der Straftaten ins Gewicht. Würde man die Einzelstrafen zusammenrechnen, käme man auf mehr als 20 Jahre, sagte Koller. Zu seinen Lasten sei auch zu werten, dass er sein eigenes Kind missbraucht habe.

Sechs Jahre Haft wegen sexuellen Missbrauchs: Zuschauer erst bei Urteilsverkündung

Das Urteil lag knapp unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, diese hatte auf eine Freiheitsstrafe von sechseinhalb Jahren plädiert. Die Nebenklage hatte eine Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren gefordert. Die Verteidigung beantragte eine Freiheitsstrafe unter fünf Jahren. Die Verhandlung hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden, erst zur Urteilsverkündung waren Zuhörer zugelassen. (Heidi Niemann)

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