Ein Verdächtiger sitzt in Untersuchungshaft

28-Jähriger in Göttingen getötet: Taucher suchen nach Beweismitteln

Tötungsdelikt an der Unteren Karspüle in Göttingen: Beamte der Polizei suchen am Montagvormittag im Bereich Waageplatz, Robert-Gernhardt-Platz und um das Carre-Einkaufszentrum sowie alte Mühle am Montag nach Beweismitteln.

Nach dem Tod eines 28-Jährigen in Göttingen hatte die Polizei vier Tatverdächtige in Gewahrsam genommen. Einer sitzt nun in Untersuchungshaft. Polizeitaucher suchten zudem nach Beweismitteln.

Aktualisiert am 4. Dezember um 13.47 Uhr - Zeugenaussagen haben am Montag zu einer Wende im Fall des Tötungsdelikts in der Göttinger Innenstadt geführt. Wie der Sprecher der Göttinger Staatsanwaltschaft Andreas Buick gegenüber der HNA sagte, wurden zwei der drei Männer, die am Nachmittag dem Haftrichter vorgeführt worden waren, frei gelassen. "Durch die Zeugenaussagen hat sich verdichtet, dass es sich wahrscheinlich um die Tat eines Einzelnen handelt." Dem 19-Jährigen wird Totschlag vorgeworfen. Er sitzt Haftbefehl des Haftrichters am Amtsgericht Göttingen nun in Untersuchungshaft.

Suchaktionen gab es am Montag zunächst in der Innenstadt rund um den Fundort im Bereich Untere Karspüle, auch am Waage- und Robert-Gernhardt-Platz.

Am Nachmittag  fuhren Taucher der Feuerwehrbereitschaft 4 des Landkreises Northeim zum Rosdorfer Baggersee, gut fünf Kilometer vom Fundort des Schwerverletzten in der Unteren Karspüle in der Innenstadt entfernt. 

Taucher im Rosdorfer Baggersee

Gegen 15.30 Uhr wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Niedernjesa zu einem Einsatz an den Baggersee gerufen. Die Taucher machten sich alsbald ans Werk, suchten an zwei Stellen an der Ostseite des Baggersees vermutlich nach der Beweismitteln. Offizielle Angaben dazu machte die  Staatsanwaltschaft auf Nachfrage unserer Zeitung nicht. Die Szenerie am Rosdorfer See wurde ausgeleuchtet, die Taucher suchten anschließend auch noch in der Dunkelheit und bis in die Abendstunden hinein. Polizisten in Zivil begleiteten die Suchaktion, dort, wo im Sommer stets Badende ins Wasser gehen.

Belebter Fundort - Zeugen meldeten sich

Über das Motiv und auch mögliche Ursachen eines Streits war bis Montagabend weiterhin nichts bekannt. Klar ist: Geholfen hat den Ermittlern der 20-köpfigen Mordkommission Garten sicherlich, dass der Bereich Weender Straße, Einkaufszentrum Carre‘, Untere und Obere Karspüle sowie Jüdenstraße, Waageplatz mit vielen gastronomischen Betrieben relativ belebt ist, zumal am Freitag. Zahlreiche Zeugen haben sich gemeldet. Den tragischen Tod des 28-jährigen D., der so plötzlich und brutal aus dem Leben gerissen wurde, können auch sie nicht mehr rückgängig machen.

Festnahme von vier Verdächtigen am Sonntag

Die vier Tatverdächtigen waren in der Nacht auf Samstag und zu Sonntag festgenommen worden, sagte eine Sprecherin der Göttinger Polizei am Sonntag. Das 28 Jahre alte Opfer, das in Göttingen wohnte und arbeitete, war in der Nacht auf Samstag kurz nach Mitternacht von Passanten in der Göttinger Innenstadt im Bereich der Unteren Karspüle gefunden worden. Zu diesem Zeitpunkt war er noch ansprechbar. 

Wenig später starb der Mann im Uni-Klinikum an seinen schweren inneren Verletzungen. Sie seien durch äußere Gewaltanwendung entstanden, so das Obduktionsergebnis vom Sonntag. Über die Art der Verletzungen machte die Polizeisprecherin keine Angaben. Die vier Tatverdächtigen, die seit Sonntag in Polizeigewahrsam waren und verhört wurden, sind jeweils 19 Jahre alt. Sie seien polizeilich bekannt und wohnten in Göttingen. 

Tod in Göttingen: Vierter Verdächtiger wieder frei

Drei von ihnen wurden am Montagnachmittag dem Haftrichter vorgeführt werden. Ein vierter 19-Jähriger wurde schon zuvor wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Mann wurde am Sonntagabend „nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft im Anschluss an die strafprozessualen Maßnahmen aus dem polizeilichen Gewahrsam entlassen", teilte die Polizeiinspektion am Montagvormittag mit.

Zu den Todesumständen, der Tatwaffe und der Art der Verletzungen sowie zum möglichen Tatmotiv machte die Polizei auch am Montag keine Angaben.  Die drei nach wie vor Tatverdächtigen haben sich nach Angaben der Sprecherin bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Die Polizei bestätigte am Sonntag zudem, dass der Tat ein Streit zwischen mehreren Männern vorausgegangen war. Die Ermittlungen diesbezüglich dauern aber noch an. Man erhofft sich aus den Vernehmungen weitere Aufschlüsse. Die Arbeit der im Zentralen Kriminaldienst zur Klärung des Gewaltverbrechens eingerichteten Mordkommission (MoKo) „Garten“ geht unterdessen mit Hochdruck weiter. Für die komplexen Ermittlungen wurde die Zahl der Beamten inzwischen von 15 auf 20 erhöht.

Suche am Montag in der Göttinger Innenstadt

Passanten in der Innenstadt konnten am Montagvormittag die Ermittlungen beobachten. So waren zahlreiche Beamte in der Innenstadt, speziell am Waageplatz, Robert-Gernhardt-Platz und um das Carre-Einkaufszentrum – alles liegt ganz in der Nähe des Fundortes – unterwegs. Sie suchten nach Beweismitteln in der alten, nicht zugänglichen Mühle am Waageplatz und im nach den Regenfällen viel trübes Wasser führenden Leinekanal.

Verletzungen fielen erst im Krankenwagen auf

Passanten hatten bei ihrem Notruf in der Nacht zum Samstag zunächst von einem hilflos und betrunken wirkenden Mann berichtet, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag: "Erst während des Transports ins Krankenhaus fielen die schweren Verletzungen auf." 

Noch in der Tatnacht wurden Anwohner befragt, angrenzende Grundstücke nach Beweismitteln abgesucht und mögliche Spuren gesichert. Zur Unterstützung war auch das Technische Hilfswerk (THW) vor Ort, das den Straßenzug ab 1.45 Uhr ausleuchtete. Die Untere Karspüle war bis 9.40 Uhr am Samstag gesperrt. Danach konnte man am Samstag nur noch erahnen, dass dort ein Verbrechen stattgefunden hatte. 

Kerzen und Blumen am Fundort

Anders war es am Montagabend: Im Eingangsbereich der Uni-Institute an der Unteren Karspüle standen viele Kerzen und Lichter, dazu hatten Trauernde Blumen und Fotos des Verstorbenen abgelegt und aufgestellt. Auf Nachfrage bezeichneten Freunde den 28 Jahre alten Getöteten als "friedvollen Menschen, der keiner Fliege etwas zu Leide tun konnte". Nach Informationen unserer Zeitung arbeitete der Mann als Altenpfleger im Seniorenzentrum Bovenden.

Ein Anwohner, der gegenüber des Tatorts wohnt, sagte am Samstagvormittag, dass er in der Nacht geschlafen und nichts von den Geschehnissen mitbekommen habe. Erst am Morgan sah er, dass die Polizei Spuren sicherte - und zwar auf Höhe des Albrecht-von-Haller-Instituts für Pflanzenwissenschaften und des Johann-Friedrich-Blumenbach-Instituts für Zoologie und Anthropologie. Neben den Uni-Einrichtungen befinden sich in der Straße mehrere Cafés und die Evangelisch-Reformierte-Gemeinde.

Weitere Anwohner berichteten laut Deutscher Presse-Agentur, dass es einen deutlich vernehmbaren Streit gegeben habe. Ob der Fundort auch der Tatort ist, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

Obduktion noch am Samstag

Der Leichnam wurde am Samstagabend in der Göttinger Rechtsmedizin obduziert. Das Ergebnis wurde am Sonntagnachmittag von der Mordkommission bekanntgegeben.

Bereits am Samstagmorgen hatte es erste Anrufe möglicher Zeugen gegeben. "Die Auswertungen dieser und auch der nächtlichen Befragungen dauern aber noch an", hieß es. Die Polizei erbittet auch weiterhin Informationen von Zeugen.  

Die Mordkommission hofft weiter, dass sich noch weitere Zeugen melden, die an der Unteren Karspüle oder angrenzenden Bereichen wie Weender Straße, Obere Karspüle und Stadtwall sowie rund um das Carré unterwegs waren. „Jeder Hinweis kann für die Ermittlungen entscheidend sein“, heißt es. Kontakt: Polizei Göttingen, Tel. 0551/491-2115. 

Vor wenigen Wochen machte in Kassel der Tod zweier 19-Jähriger in einem Studentenwohnheim Schlagzeilen.

Todesfall in Göttingen: Suche nach Beweisen

In Göttingen getötet: Suche nach Beweisen

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Mord in Göttinger Innenstadt? 28-Jähriger starb an schweren Verletzungen

Hier befindet sich der Tatort:

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