Vom Mähwerk erfasst

Tod von Rehkitzen in Lenglern: Strafbefehl gegen Beteiligte beantragt

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Ein vier Tage altes Rehkitz: Im Frühjahr vergangenen Jahres waren Kitze in Lenglern beim Mähen einer Wiese getötet worden. 

Die Tierschutzorganisation Peta hat einen Fall aus Lenglern ins Rollen gebracht. Nun sollen sich die beteiligten Landwirte  und Mitarbeiter verantworten. 

Im Frühjahr 2018 waren drei Rehkitze beim Mähen einer Wiese am Kramberg in Lenglern getötet worden. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Göttingen Strafbefehle gegen drei Beteiligte wegen gemeinschaftlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz beantragt.

Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft auf Anfrage unserer Zeitung. Der 34-jährige Fahrer soll 30 Tagessätze zu 30 Euro, ein 24-jähriger leitender Angestellter 30 Tagessätze zu 35 Euro und der Inhaber des landwirtschaftlichen Betriebs (61) ebenfalls 30 Tagessätze zu 40 Euro zahlen.

Die Strafbefehle liegen seit Mai zur Prüfung beim Amtsgericht Göttingen, bestätigte ein Sprecher des Gerichts auf Anfrage. Mit einer Entscheidung über die Strafbefehle sei in Kürze zu rechnen.

Eine Anwohnerin fand tote Rehkitze beim Spaziergang

Eine Anwohnerin hatte die toten Tiere bei einem Spaziergang mit ihrem Hund entdeckt – wir berichteten. Peta hatte den Fall strafrechtlich ins Rollen gebracht. 

Der Vorwurf der Tierschützer: Die Wiese wurde vor den Mäharbeiten nicht wie empfohlen auf Tiere kontrolliert und der Tod der Rehkitze durch das Mähwerk somit in Kauf genommen.

Laut Peta verliefen die Ermittlungen „aufgrund von Unschuldsbekundungen und Leugnungen der Beanzeigten im Sande“ und das Verfahren wurde zunächst eingestellt. 

Nachdem die Tierrechtsorganisation Beschwerde einlegte und Hinweise lieferte, wurde das Verfahren wieder aufgenommen. „Nun scheint der Täter überführt“, heißt es in einer Peta-Pressemitteilung.

Die Tierschützer dankten der Staatsanwaltschaft, auch wenn „sie gegen eine Wand voller Lügen kämpfen“ musste. „Keiner wollte es gewesen sein oder gewusst haben, wer das tödliche Mähwerk gefahren hat. Die Landwirte haben sich offensichtlich gegenseitig gedeckt. 

Das Wohl der Tiere spielt dabei augenscheinlich keine Rolle. Wir hoffen auf eine angemessene Strafe“, sagt Dr. Edmund Haferbeck, Leiter der Rechts- und Wissenschaftsabteilung bei Peta. Die Tierschützer hatten nach eigenen Angaben in der Vergangenheit wiederholt Landwirte in ähnlichen Fällen angezeigt.

Tipps zum Schutz für Rehkitze

Inzwischen gibt die Landwirtschaftskammer Tipps zum Thema Rehkitz-Schutz beim Mähen. Dort heißt es unter anderem, dass man die betroffenen Flächen selbst „erforderlichen Maßnahmen“ unterziehen könne, oder alternativ – mindestens 24 Stunden vor dem Ernten – Rücksprache mit dem zuständigen Jagdpächter halten solle. 

Weitere Informationen zu diesen Rehkitz-Tipps gibt es online.

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