Tödliche Messerattacke: Angeklagter spricht von Notwehr

Zufluchtsort: In diese Apotheke am Groner Tor in Göttingen schleppte sich ein 44-jähriger Mann nach einer Messerattacke und starb dort an den Verletzungen. Der Prozess gegen den 38-jährigen Beschuldigten hat nun vor dem Landgericht Göttingen begonnen. Foto: Uli Deck/Archiv

Göttingen. Ein 38-jähriger Mann aus Göttingen muss sich seit Dienstag wegen eines tödlichen Messerangriffs vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem bereits vielfach vorbestraften Angeklagten Totschlag, schweren Raub, gefährliche Körperverletzung und schwere räuberische Erpressung vor. Er soll im August vergangenen Jahres einem 44-jährigen Bekannten im Verlauf eines Streits vor einer Gaststätte ein Messer so tief in den Bauch gestochen haben, dass der Magen durchstoßen wurde.

Der 44-Jährige hatte sich noch in eine nahegelegene Apotheke geschleppt. Dort verstarb er wenige Minuten nach dem Eintreffen des Notarztes an seinen schweren inneren Stichverletzungen. Zuvor hatte er noch den Namen des Angeklagten genannt.

Einige Tage vor der tödlichen Attacke soll der Angeklagte eine Frau, die er von illegalen Drogengeschäften her kannte, mit einem Taschenmesser bedroht und dazu gezwungen haben, ihm 200 Euro auszuhändigen.

Am gleichen Tag soll er sich spätabends erneut Zutritt zu ihrer Wohnung verschafft und sie mit einem Rohr angegriffen haben. Anschließend habe er einen Betrag zwischen 400 und 450 Euro entwendet und gerufen: „Wo sind die Krügerränder, wo ist das Gold?“ Die Frau sei dann aus der Wohnung geflohen, heißt es in der Anklage. Später habe sie dem 44-Jährigen von diesen Vorfällen erzählt. Dieser habe ihr versprochen, sie zu beschützen.

Daraufhin soll der Angeklagte ihn aufgesucht und gesagt haben: „Misch dich nicht in Geschichten ein. Ich habe es dir gesagt, ich stech‘ dich ab.“ Als der 44-Jährige einige Tage später zu Fuß in Richtung City ging, traf er vor einer Gaststätte auf den Angeklagten. Im Verlauf ihres lautstarken Streits soll der 44-Jährige ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht haben. Daraufhin habe der 38-Jährige ihm das Messer acht Zentimeter tief in den Bauch gestochen.

Der Verteidiger des Angeklagten erklärte, dass sein Mandant die Tat mit dem Messer einräume. Dieser habe jedoch aus Notwehr gehandelt. Eine ausführlichere Einlassung werde er erst am nächsten Verhandlungstag abgeben, da er noch nicht alle Beweismittel habe einsehen können. Der Prozess wird nächste Woche Woche fortgesetzt. Das Gericht hat elf Verhandlungstage anberaumt.

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