1. Startseite
  2. Lokales
  3. Göttingen
  4. Göttingen

Nach tödlichem Unfall in Göttingen: Ruf nach mehr Sicherheit

Erstellt:

Von: Raphael Digiacomo

Kommentare

Bei einem tödlichen Unfall in Göttingen stirbt Ende September ein Radfahrer. Nun fordert eine Arbeitsgruppe ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern am Unfallsort.

Göttingen – Der 19-jährige Radfahrer Vincent K. aus Großalmerode starb Ende September bei einem Unfall auf dem Maschmühlenweg in Göttingen. Er war von einem Kranwagen erfasst worden. Jetzt gibt es von einer Arbeitsgemeinschaft Forderungen und Ideen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Vielen Radfahrern aus der Göttinger Weststadt macht die Radwege entlang des Maschmühlenweges Sorgen. Sie sind vom plötzlichen Tod eines Radfahrers schockiert. Zu ihnen gehört Ralf Boecker, Mitglied der Weststadt-Arbeitsgemeinschaft Verkehr. Er kann sich vorstellen, dass Veränderungen vorgenommen werden müssen.

Radfahrer verstorben: Ruf nach mehr Sicherheit nach tödlichem Unfall in Göttingen

Die Unfallstelle im Maschmühlenweg gegenüber einer Tankstelle.
Die Unfallstelle im Maschmühlenweg gegenüber einer Tankstelle ist zu einer Gedenkstätte für Vincent K. geworden: Dort halten Besucher immer wieder inne und legen Blumen, Kerzen sowie Bilder ab. © Bernd Schlegel

Gefährlich ist der Radweg aus Sicht der Gruppe besonders im Bereich der Firmen- und Tankstellenausfahrten, da der Radweg auch in diesem Abschnitt auf beiden Seiten farblich nicht abgesetzt ist. „Viele halten nach den Preisen Ausschau“, sagt Boecker. Dadurch könnten Radfahrer übersehen werden.

Eine Lösung des Problems könnte aus Sicht von Boecker sein, dass in diesem Abschnitt des Maschmühlenweges ein Tempolimit von 30 km/h – auch mit Blick auf die nahen Mehrfamilienhäuser – eingerichtet wird. Außerdem vermisst Boecker Piktogramme und Schilder entlang des Radwegs zwischen den Einmündungen Hagenweg und Hildebrandstraße.

Die Fahrradwege auf beiden Seiten des Maschmühlenweges sind farblich nicht abgesetzt, auch nicht im Bereich der Unfallstelle.
Die Fahrradwege auf beiden Seiten des Maschmühlenweges sind farblich nicht abgesetzt, auch nicht im Bereich der Unfallstelle. © Bernd Schlegel

Weiterhin wäre aus Sicht von Boecker eine Einfärbung der Radwegoberflächen absolut sinnvoll. „Dadurch können Fahrzeugführer beim Abbiegen in die Firmen- und Tankstelleneinfahrten besser erkennen, dass sie einen Radverkehrsweg kreuzen“, sagt Boecker.

Weststadt-Arbeitsgruppe kann sich Tempo 30 im Maschmühlenweg vorstellen

Außerdem sollten aus seiner Sicht an allen Zufahrten Fahrrad-Piktogramme aufgebracht werden, damit möglicherweise gefährliche Situationen noch besser erkannt werden. Die Vorschläge möchten Boecker und seine Mitstreiter mit den zuständigen Stellen bei der Polizei besprechen.

Ralf Boecker von der Arbeitsgemeinschaft Verkehr in Göttingen.
Ralf Boecker von der Arbeitsgemeinschaft Verkehr in Göttingen. © Bernd Schlegel

Unterdessen gehen die Untersuchungen nach dem tödlichen Unfall weiter. Weitere Details über den Unfallhergang Ende September sind bislang noch nicht bekannt geworden. Die Polizei hatte einen Gutachter eingeschaltet, der die Unfallsituation genau rekonstruieren soll. Hinweise erbittet die Polizei weiterhin unter Tel. 0551/491-2115.

Tödlicher Unfall in Göttingen: Untersuchungen gehen weiter

Die Unfallstelle im Bereich einer Firmeneinfahrt ist inzwischen zu einer Gedenkstätte mit Kerzen, Blumen und Bildern geworden. Zahlreiche Besucher halten an dieser Stelle immer wieder inne, während der Verkehr weiterläuft.

Der Maschmühlenweg im Bereich westlich der Bahnlinie ist die Verlängerung der Bundesstraße 3 von Northeim in Richtung Süden und eine zentrale Pendlerroute. Dieser Abschnitt gehört zu den besonders stark befahrenen Straßen in Göttingen. Etwa 20.000 Fahrzeuge sind dort täglich unterwegs. Der Bereich war vor einigen Jahren grundlegend saniert worden, weil unter anderem Kanalbauarbeiten notwendig waren. (Bernd Schlegel)

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion