Präsident Akademie der Wissenschaften

Trauer in Göttingen: Top-Forscher im Alter von 58 Jahren gestorben

Starb mit 58 Jahren: Prof. Dr. Ulf Diederichsen.
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Starb mit 58 Jahren: Der Chemiker und Präsident der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, Prof. Dr. Ulf Diederichsen, ist gestorben.

Trauer an der Uni Göttingen, der Akademie der Wissenschaften und bei Mitarbeitern sowie Studierenden der Fakultät Chemie: Prof. Dr. Ulf Diederichsen ist tot.

Göttingen - Ulf Diederichsen starb im Alter von nur 58 Jahren am Donnerstag, 11. November.

Das gab die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen am Freitagnachmittag „mit großer Bestürzung und in tiefer Trauer“ bekannt. „Er fehlt uns sehr. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und bei seinen Freunden“, heißt es in der Trauernote. Diederichsen wurde nur 58 Jahre alt, er hinterlässt seine Familie mit Kindern.

Universitätspräsident Prof. Dr. Metin Tolan kondolierte: „Wir sind von Ulf Diederichsens plötzlichem Tod tief betroffen. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden. Wir werden ihn vermissen.“

Der Chemiker hatte die Professur für Organische Chemie seit 2001 inne, hatte einen exzellenten Ruf als Wissenschaftler und Lehrender. Mit einer zurückhaltenden, verbindlichen und freundlichen Art bewährte sich Diederichsen auch als Vize-Präsident für Forschung von 2015 bis 2021 in einer schwierigen Zeit für die Universität. Mit Diederichsen habe man einen „ausgewiesenen und sehr erfahrenen Wissenschaftler gewonnen, der in der Universitätsmedizin und am Göttinger Campus gut vernetzt“ ist, sagte die damalige Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel zur Wahl von Diederichsen als Vize-Präsident für Forschung.

Von 2005 bis 2007 war er Dekan der Fakultät für Chemie. Der renommierten Akademie der Wissenschaften zu Göttingen gehörte er von 2012 an – seit 2020 war er deren Präsident.

Laut Wikipedia-Eintrag beschäftigte sich Diederichsen mit der Struktur, Funktion und molekularen Veränderbarkeit von Biomolekülen sowie deren Interaktionen. Weitere Anwendungsbereiche für modifizierte Biomoleküle liegen in der Diagnostik, Bildgebung, der medizinischen Chemie oder Biomolekül-basierter Materialien.

In der Veröffentlichung „Chemie mit DNA und Peptiden: von präbiotischer Chemie zu Mechanismen in der Biochemie“ erklärte Diedrichsen die Anwendung der organischen Synthesechemie auf die Herstellung von Biomolekülen wie DNA oder RNA Oligonucleotide, Peptide oder Proteine, Saccharide sowie Lipidmembranen. Dies habe einen ganz neuen Zugang zu den zentralen Biomolekülen in biologischen Prozessen eröffnet. Die Veröffentlichung ist hier zu finden.

Eindrucksvoll sind auch die vielen Forschungsergebnisse, die Diederichsen veröffentlicht hat. Das zeigen die Einträge auf „Google Scholar“.

Ulf Diederichsen kam auch über die Stationen TU München und Uni Würzburg nach Göttingen. (Thomas Kopietz und Bernd Schlegel)

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