Göttingen

Top-Leistung in der Doktorarbeit: Göttinger Biochemikerin Claudia Schmidt erhält Otto-Hahn-Medaille

Eine junge Frau mit rotblonden, langen Haaren lächelt in die Kamera
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Für herausragende Leistung in der Doktorarbeit mit der Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet: Claudia Schmidt.

Die Göttinger Biochemikerin und Postdoktorandin am MPI für biophysikalische Chemie, Claudia Schmidt, ist für ihre herausragende Leistung ausgezeichnet worden – mit der Otto-Hahn-Medaille.

Göttingen – Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) zeichnet die Postdoktorandin am Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie, Claudia Schmidt, mit dem Preis für ihre herausragenden Leistungen in der Doktorarbeit aus. Sie erhielt die Otto-Hahn-Medaille.

Die Biochemikerin erforschte dabei, wie Zellen nicht mehr benötigte Bestandteile markieren und entsorgen. Der Preis wurde der Forscherin am 22. Juni auf der MPG-Jahreshauptversammlung überreicht.

Otto-Hahn-Medaille für Göttinger Biochemikerin: „Müllabfuhr in der Zelle“

Jeden Tag produzieren wir Müll, der in Tonnen und Säcken landet und von den Entsorgungsbetrieben abgeholt wird. Auch in unseren Zellen entsteht Abfall, wenn ihre Bestandteile beschädigt oder funktionsunfähig werden. Daher haben auch Zellen eine „Müllabfuhr“.

Wenn diese nicht funktioniert, kann das fatale Folgen haben, weil sich nicht mehr benötigte Moleküle in der Zelle ansammeln. „Beispielsweise werden einige Krankheiten wie Krebs, Parkinson oder Alzheimer mit einer gestörten Müllabfuhr in der Zelle in Verbindung gebracht“, sagt Schmidt.

Otto-Hahn-Medaille für Göttinger Biochemikerin: Erst markiert, dann entsorgt

In der Forschungsgruppe Membranproteinbiochemie von Alexander Stein erforschte die Preisträgerin, wie Zellen ausgediente Proteine entsorgen. Viele dieser ausrangierten Moleküle liegen in der Zelle in abgetrennten Bereichen vor, den Organellen. Dort werden sie zunächst als „unbrauchbar“ markiert, indem ihnen ein molekulares Etikett – Ubiquitin genannt – angehängt wird.

Anschließend werden sie aus den Organellen herausgeschleust und im Zytosol abgebaut. Viele der Abfall-Proteine sind aber fest in den Hüllmembranen verankert, die die Organellen umschließen. Sie für den Abtransport herauszulösen, stellt die Zelle daher vor eine Herausforderung. (Thomas Kopietz)

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