"Kupferrote Färbung am Himmel"

Totale Mondfinsternis: Warum der Mond am Freitag so rot erscheint

+
Langsam tritt der Mond in den Kernschatten der Erde, bis er ganz verschwindet, aber dank des stark streuenden Lichtes in der Erdatmosphäre dennoch kupferrot gefärbt zu sehen ist – zumindest, wenn der Himmel wolkenfrei ist. 

Braunschweig/Göttingen. Freitagabend lohnt sich ein längerer Blick nach oben. Die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts und die Stellung des Mars bieten ein seltenes Bild. 

Jahrhundertspektakel am Nachthimmel: Wenn dort morgen Abend der Mond in den Erdschatten eintaucht, folgt laut Astronomen die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Dazu Fragen und Antworten.

Wie lange wird man das Schauspiel beobachten können?

Wenn das Wetter mitspielt, ist dann für fast zwei Stunden der kupferrote Mond zu sehen. Zeitgleich ist der rote Planet Mars der Erde so nah wie selten. In vielen Orten laden Sternwarten, Planetarien und Forschungsinstitute zum gemeinsamen Beobachten. Höhepunkt der Mondfinsternis ist um 22.22 Uhr.

Was macht diese Mondfinsternis eigentlich so besonders?

Die totale Mondfinsternis ist diesmal besonders lang: Der Mond taucht für eine Stunde und 44 Minuten vollständig in den Erdschatten ein. Übertroffen wird diese Mondfinsternis-Dauer erst in 105 Jahren, am 9. Juni 2123 – um zwei Minuten.

„Der Mond ist am Freitag auf seinem Weg um die Erde besonders weit weg“, erklärt Harald Krüger vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen. Obwohl der Schatten der Erde auf den Mond fällt, ist dieser zu sehen, weil das Licht in der Erdatmosphäre stark gestreut wird. 

Vorbereitung auf die Mondfinsternis: Klaus Reinsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Astrophysik der Universität Göttingen, an einem 50-cm-Spiegelteleskop.  

Astronom Krüger spricht lieber von einer schönen kupferroten Färbung, weil er den oft verwendeten Begriff Blutmond nicht mag. Matthias Habel, Meteorologe von WetterOnline, weist darauf hin, dass der Mond durch die große Entfernung von der Erde Beobachtern aber eher klein erscheinen wird.

Wo lässt sich das Phänomen am besten beobachten?

Viele Sternwarten, Planetarien und Forschungsinstitute bieten Abendprogramme an. Wer nicht unbedingt durch ein Teleskop sehen will, braucht laut Krüger nur einen freien Blick auf den Horizont in Richtung Südosten, weil dort der Mond aufgeht und sich das Schauspiel so am längsten verfolgen lässt. Selbst der Astronom empfiehlt auch ein paar Blicke ohne Teleskop oder Fernglas, weil die Konstellation am Abendhimmel bei Vollmond günstig sei. „Für die Augen ist das Mondschauspiel im Gegensatz zu einer Sonnenfinsternis auch unbedenklich“, sagt Krüger.

Schwer vorhersagen lässt sich laut Deutschem Wetterdienst (DWD) das Wolkenbild, weil es noch unterschiedliche Wettermodelle für den Abend gebe.

Lässt sich das Schauspiel am Himmel auch gut fotografieren?

Für schöne Fotos brauchen Fotografen eine System- oder Spiegelreflexkamera mit mindestens einem 200 Millimeter-Teleobjektiv, ein Stativ und den richtigen Standort mit freier Sicht auf den Süd-Ost-Horizont, so Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Wichtig ist, die Empfindlichkeit der Kamera nicht zu hoch zu stellen. Im Zweifelsfall lieber die Belichtungszeit erhöhen. (dpa/wet)

Mondaufgang

In Deutschland geht der Mond am 27. Juli in München um 20.48 Uhr auf, in Hamburg um 21.16 Uhr - die Mondfinsternis hat dann schon begonnen. Der Mars folgt eine Stunde später. Zum Höhepunkt der Mondfinsternis gegen 22.22 Uhr stehen sowohl der Mond als auch der Mars tief über dem Horizont. Am Ende der Finsternis um 23.14 Uhr stehen die beiden Himmelskörper Astronomen zufolge deutlich höher. (dpa)

Von Christian Brahmann

Weitere Infos zum Programm anlässlich der Mondfinsternis in Göttingen gibt es hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.