Zeitreise auf dem Göttinger Stadtwall

Tourist-Information Göttingen bietet am Sonntag einen besonderen Spaziergang an

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Der Göttinger Stadtwall mit dem von Bäumen gesäumten Gehweg. Hier zu sehen ist der südliche Wall-Bereich am Bismarck-Häuschen (links) und den Mühlen.

Zurück in Bismarcks Zeiten – unter diesem Motto steht ein besonderer Spaziergang über den Göttinger Stadtwall am Sonntag, 14. Juni. Ab 11 Uhr bietet die Tourist-Information die Stadtführung „Von der Bastion zur Promenade – Zeitreise auf dem Göttinger Stadtwall“ an.

Während der Führung passieren die Teilnehmer auch das „Bismarckhäuschen“, das dem späteren Reichkanzler Otto von Bismarck während seiner Göttinger Studienzeit im Sommersemester 1833 als Domizil diente. Wie die Tourist-Information mittteilt, gebe es zudem Mühlen und Denkmäler zu entdecken. Außerdem werde Wissenswertes über den an den Stadtwall angrenzenden Alten Botanischen Garten der Georg-August-Universität vermittelt.

Die etwa zweistündige Führung startet vor der Tourist-Information am Alten Rathaus. Mund-Nasen-Schutz muss währenddessen getragen werden. Die Karten kosten neun Euro pro Person. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, empfiehlt sich ein rechtzeitiger Kartenkauf in der Tourist-Information oder die Vorbestellung unter der Tel. 0551 / 4998031. 

Bismarcks Studentenzeit in Göttingen

Der spätere Reichskanzler Otto von Bismarck immatrikulierte sich an der Georg-August-Universität Göttingen am 10. Mai 1832. Die Hochschule genoss einen internationalen Ruf als Eliteuni mit einem hohen Anteil an Adligen. Im ersten Jahr in Göttingen wohnte Bismarck in dem Haus, das heute mit einer Göttinger Gedenktafel gekennzeichnet ist (Rote Straße 27). 1833 wohnte er in einem alten Festungsturm der Göttinger Stadtbefestigung am Leinekanal, der heute Bismarck-Häuschen genannt wird. 

Im Mai 1832 erhielt Bismarck einen Verweis vom Universitätsgericht, weil er in ausgelassener Stimmung eine Flasche aus dem Fenster des Hotelrestaurants Krone auf die Weender Straße geworfen hatte. Konflikte mit den Göttinger Universitätsbehörden führten zu mehreren Verfahren vor dem Universitätsgericht der Georgia-Augusta und sind in den Akten dokumentiert. 

Anfang 1833 erhielt Bismarck zehn Tage Karzer wegen seiner Rolle als Unparteiischer in einem Pistolenduell. Bevor Bismarck Göttingen am 11. September 1833 wieder verließ, war er noch zu zwei weiteren Karzerstrafen verurteilt worden.

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