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Träume werden zu Musik: Projekt „Rapflektion“ zu Gast an der BBS II in Göttingen

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Von: Hannah Köllen

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Musik verbindet die Schüler der Berufsbildenden Schulen II mit Rapper Carlos Utermöhlen (vorne, Mitte).
Musik verbindet die Schüler der Berufsbildenden Schulen II mit Rapper Carlos Utermöhlen (vorne, Mitte) und Klassenlehrerin Joanna Binkul-Vallo (rechts). © Hannah Köllen

Mit ihren Träumen und ihrer Zukunft beschäftigen sich Schüler der BBS II in Göttingen im Rahmen einer Projektwoche mit „Rapflektion“ aus Braunschweig.

Göttingen – Was sind unsere Träume, wie soll unsere Zukunft aussehen? Mit diesen Fragen haben sich die Schüler einer Klasse der Göttinger Berufsbildenden Schulen II (BBS II) im Rahmen einer Projektwoche beschäftigt. In einem musikalischen Projekt näherten sich die Schüler dem von ihnen selbst gewählten Thema an.

Gemeinsam mit dem Rapper Carlos Utermöhlen vom Projekt „Rapflektion“ entwickelten sie einen Liedtext und studierten ihr Lied zusammen ein. Am Ende der Woche ging es in ein professionelles Tonstudio in Weende, wo ihr Lied aufgenommen wurde.

Projektwoche: Schüler der BBS II in Göttingen schreiben mit Rapper zusammen einen Song

Außerdem wurde die Gruppe von einem Kamerateam begleitet. In den Videoaufnahmen werden neben dem einstudierten Lied auch Interviews mit den Schülerinnen und Schülern eingeblendet. Hierin beschreiben die jungen Leute, was ihre Träume sind und wie sie sich ihre Zukunft vorstellen.

Das Besondere an dem entstandenen Lied ist, dass es aus verschiedenen Sprachen besteht: Während der Refrain auf Deutsch gesungen wird, finden sich in den einzelnen Strophen die Sprachen englisch, ukrainisch, arabisch und französisch wieder.

Denn: Die Schülerinnen und Schüler gehören einer Sprachlernklasse der Berufseinstiegsstufe an. Sie kommen von der Elfenbeinküste, aus Burundi, der Ukraine, oder anderen Ländern. Sie alle sind noch nicht lange in Deutschland und lernen gerade die Sprache.

Projektwoche in Sachen Rap: Aufnahme in professionellen Tonstudio

„Ich finde es super, Musik zu nutzen, um den Schülern das Lernen der deutschen Sprache zu vereinfachen“, sagt Carlos Utermöhlen. Der Rapper, der bald ein neues Album herausbringt, fokussiert sich auf die Projekte mit Jugendlichen.

„Ich arbeite viel in Südamerika, zum Beispiel in Projekten mit Straßenkindern in Ecuador und Kolumbien“, sagt Utermöhlen. Er selbst habe im Alter von 16 Jahren angefangen zu rappen.

Unterstützt wird die Projektwoche von den „Respekt Coaches“ des Internationalen Bundes (IB). „Wir wollen mit unseren Projekten junge Menschen stärken und fördern“, sagt Nils Hilliges vom IB Göttingen.

Hierfür schauten er und seine Kollegen gemeinsam mit den Schulen, welche Art von Projekt für die Schüler am sinnvollsten ist. „Wir bieten zum Beispiel auch Deeskalationstrainings, Theaterprojekte und Trainings zur Medienpädagogik an“, sagt Hilliges.

Ich möchte später als Musiker mein Geld verdienen.

David (18), Schüler

Das Thema Träume bedeute für viele der Schülerinnen und Schüler auch Zukunftsperspektiven. „Ich möchte später als Musiker mein Geld verdienen“, sagt der 18-jährige David aus Burundi. Er kam vor sechs Monaten nach Deutschland. In seiner Heimat war er Teil einer Band, hier in Göttingen spielt David Gitarre und singt in der Ecclesia Kirche.

Auch die 15-jährige Grace, die seit einem Jahr in Deutschland lebt, hat bereits konkrete Pläne für ihre Zukunft: „Ich möchte eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau machen“, sagt das Mädchen von der Elfenbeinküste.

Rap-Projekt an der BBS II in Göttingen: Schüler haben viel Spaß

Joanna Binkul-Vallo, Klassenlehrerin in der Sprachlernklasse an der BBS II, freut sich über die Begeisterung, mit der ihre Schüler an dem Projekt teilnehmen. „Die Schüler haben richtig Spaß“, sagt die Lehrerin.

Diese Woche geht das Projekt an der Göttinger Schule weiter: Dann wird Rapper Carlos Utermöhlen gemeinsam mit Schülern einer anderen Klasse ein Lied einstudieren. (hko)

Weitere Infos: loewenhertz.com

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