Staatsanwaltschaft Braunschweig

Transplantationsskandal: Beschwerde gegen Freilassung

An der Universitätsmedizin Göttingen war der Chirurg beschäftigt: Das Landgericht hat den Haftbefehl gegen den Mediziner unter strengen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Foto: dpa

Göttingen/Braunschweig. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig will die Aufhebung des Haftbefehls gegen den früheren Leiter der Transplantationschirurgie am Göttinger Universitätsklinikum nicht hinnehmen. Die Anklagebehörde habe Beschwerde gegen die Freilassung eingelegt.

Das teilte Behördensprecherin Birgit Seel am Freitag mit. Es bestehe die Gefahr, dass sich der Angeklagte in ein anderes Land absetzen könnte, um einer Haftstrafe zu entgehen. Das Landgericht Göttingen hatte Mitte Dezember den Haftbefehl gegen eine Kaution von 500 000 Euro außer Vollzug gesetzt. Der 46-jährige Mediziner hatte zuvor rund

Lesen Sie auch:

- 500.000 Euro Kaution in bar – Angeklagter O. auf freiem Fuß

- Vorerst frei und doch keine rosige Perspektive für O.

- Chirurg darf Gefängnis verlassen - Kaution: 500.000 Euro

elf Monate in Untersuchungshaft gesessen. Jetzt muss das Oberlandesgericht Braunschweig entscheiden, ob der Chirurg auf freiem Fuß bleiben darf.

Die Schwurgerichtskammer hatte in einer Zwischenbilanz des seit August laufenden Prozesses deutlich gemacht, dass dem Arzt eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung drohe. Um einer möglichen Fluchtgefahr vorzubeugen, hatte sie ihm strenge Weisungen erteilt. Er musste die Kaution hinterlegen sowie seinen Ausweis und seinen Reisepass abgeben. Außerdem darf er die Grenzen des Landkreises Göttingen nicht verlassen und muss sich zweimal täglich bei der Polizei melden.

Der Chirurg muss sich wegen versuchten Totschlages in elf Fällen sowie vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen verantworten. Er soll veranlasst haben, dass Patienten fälschlicherweise gegenüber der Stiftung Eurotransplant als dialysepflichtig gemeldet wurden, um ihnen so schneller zu einer Spenderleber zu verhelfen. (pid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.