Trauer um Kieferchirurg Luhr: Er starb mit 87 Jahren im Dezember

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Gestorben: Prof. Dr. Hans-Georg Luhr. Foto:

Hans-Georg Luhr ist tot. Der emeritierte Ordinarius für Kieferchirurgie und ehemalige Direktor der Abteilung Kieferchirurgie an der Universitätsmedizin Göttingen ist bereits am 8. Dezember im Alter von 87 Jahren verstorben, wie die UMG mitteilt.

Von 1978 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 hatte Prof. Dr. Hans-Georg Luhr den Lehrstuhl für Kieferchirurgie an der Uni Göttingen inne und leitete die Abteilung Kieferchirurgie am Uni-Klinikum. Während dieser Zeit engagierte er sich zudem als Mitglied in Kommis-sionen und Planungsausschüssen in der akademischen Selbstverwaltung der Medizinischen Fakultät. Luhr ist Träger der Albrecht-von-Haller-Medaille, der höchsten Auszeichnung, die die Medizinische Fakultät verleiht.

„Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) trauert um einen sehr engagierten Arzt, begeisterten Hochschullehrer und national wie international beachteten Wissen-schaftler. Die Universitätsmedizin Göttingen wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, heißt es im Nachruf der Uni-Klinik.

Als Arzt und Wissenschaftler befasste sich Luhr intensiv mit Fragen und Aspekten der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie, unter besonderer Berücksichtigung der Traumatologie sowie der Tumor- und Wiederherstellungschirurgie. Er gilt als einer der Pioniere der Osteosynthese, einem operativen Verfahren zur Behandlung von Knochenbrüchen mit Hilfe von Schrauben, Nägeln, Platten oder Drähten. Zudem entwickelte Luhr das kleinste Knochenfixationssystem der Welt. Das so genannte „Luhr-Micro-System“ hat einen Schraubendurchmesser von 0,8 Millimetern. Auch die Entwicklung der Plattenosteosynthese – Luhr-System – zur Behandlung von Gesichtsschädelfrakturen sowie die Therapie von angeborenen Gesichtsfehlbildungen, Dysgnathien, verschafften ihm national wie international große Anerkennung.

Luhr stammt aus Homberg/Niederrhein, dort machte er sein Abitur, danach studierte er von 1952 bis 1958 Humanmedizin in Marburg, München und Bonn und von 1958 bis 1960 Zahnmedizin in Bonn. Danach arbeitete er als Schiffsarzt und leitete eine Zahnstation in Westafrika.

Der Einstieg in die Mund-, Kiefer-, Gesichts-Chirurgie erfolgte im Januar 1963 mit dem Beginn der Facharztausbildung am nordwestdeutschen Kieferzentrum in Hamburg. 1969 wurde Hans-Georg Luhr zum Oberarzt ernannt und im Fach „Kieferchirurgie“ habilitiert. 1974 erfolgte seine Ernennung zum Professor an der Uni Hamburg.

1978 nahm Professor Luhr den Ruf auf den Lehrstuhl für Kieferchirurgie der Uni-Göttingen an und leitete die gleichnamige klinische Abteilung bis zu seiner Emeritierung.

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