Neues Hospiz-Angebot

Trauergespräche am Bogen der Erinnerung auf Friedhof in Göttingen

Stehen für Trauergespräche auf dem Friedhof zur Verfügung: (von links) Heide Reinshagen, Christel Frank, Christine Sichtmann und Barbara Ahlrichs.
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Stehen für Trauergespräche auf dem Friedhof zur Verfügung: (von links) Heide Reinshagen, Christel Frank, Christine Sichtmann und Barbara Ahlrichs.

In der Corona-Pandemie ist es schwierig geworden, Menschen in ihrer Trauer zu begleiten. Die herkömmlichen Angebote gibt es nicht mehr. Trauergruppen und unser Trauercafé sind geschlossen – aber die Sorgen sind noch da.

Göttingen – Um Trauernde mit ihren Sorgen nicht allein zu lassen, ist auf dem Göttinger Stadtfriedhof an der Kasseler Landstraße am „Bogen der Erinnerung“ ein Trostpunkt entstanden. Der Weg zum „Bogen der Erinnerung“ ist ausgeschildert. Ein erster Termin für Trauergespräche beginnt am Dienstag, 4. Mai, um 16 Uhr.

Jeweils zwei ehrenamtliche Trauerbegleiterinnen des Göttinger Hospiz an der Lutter wollen dort für trauernde Menschen da sein – draußen an der frischen Luft mit dem nötigen Abstand, aber nah an den Sorgen.

„Trauer ist heute so unsichtbar geworden“, sagt eine der zehn Ehrenamtlichen, die sich in dem Projekt engagieren. „Auf dem Friedhof haben wir die Chance, Trauernde zu erreichen.“ Das Hospiz an der Lutter möchte mit dem Trostpunkt ein verbindliches aber offenes Angebot schaffen, ohne die Hürden einer schriftlichen oder telefonischen Anmeldung, sagt Manja Schondorf-Denecke, Koordinatorin der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Ambulanten Hospizes. Das kostenfreie Angebot richtet sich an alle trauernden Menschen, unabhängig davon, ob der Verlust schon länger zurückliegt und ob eine Verabschiedung möglich war oder nicht.

Trauerarbeit kann nicht über die reguläre Hospizarbeit refinanziert werden, der Trostpunkt ist ein zusätzliches Angebot des Hospizes. „Wir sind froh, dass unsere ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen sich dieser wichtigen Aufgabe annehmen“, sagt Manja Schondorf-Denecke.

Die Stadt Göttingen unterstützt das Projekt und stellt für den Trostpunkt einen eigenen Schaukasten direkt am „Bogen der Erinnerung“ auf. Dort werden Informationen und die Termine aushängen, an denen ehrenamtliche Mitarbeiterinnen Gespräche anbieten wollen. (Bernd Schlegel)

Termine für die Trauergespräche

Dienstag, 4. Mai, Mittwoch, 12. Mai, und Dienstag, 18. Mai, jeweils von 16 bis 18 Uhr sowie Dienstag, 25. Maim von 11 bis 13 Uhr. Der Weg zum „Bogen der Erinnerung“ auf dem Stadtfriedhof an der Kasseler Landstraße ist ausgeschildert. Weitere Infos gibt es hier. (bsc)

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