Camper sind in

Trend: Wohnmobile boomen auch in Südniedersachsen

Symbolbild Wohnmobil
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Wohnmobile: Sie boomen auch in Südniedersachsen. (Symbolbild)

Der Trend zum Campen und Wohnen im eigenen Reisemobil hält auch in Südniedersachsen an – und zum Kauf von entsprechenden Fahrzeugen.

Während der Camping-Saison von September 2020 bis Juni 2021 meldet der Caravaning Industrie Verband (CVID) einen Zuwachs von 43 Prozent und knapp 49.000 Fahrzeugen.

Göttingen – Der Wohnmobil-Boom hat sich seit 2016 und besonders im Corona-Jahr 2020 auch in Südniedersachsen beschleunigt: In Stadt und Landkreis Göttingen sind von 2016 bis 2020 knapp 1000 (exakt 936) Wohnmobile mehr auf den Straßen unterwegs, das sind rund 60 Prozent mehr als vor vier Jahren. Insgesamt waren es Ende 2020 genau 2487 angemeldete Wohnmobile. Der Landkreis Northeim registrierte von 2016 bis 2020 gar einen Anstieg der Anmeldungen von 80,2 Prozent (absolute Zahl: plus 461). Die Zuwächse von 2019 auf 2020 lagen in den Landkreisen Göttingen und Northeim bei 12,2 und 8,3 Prozent. Damit fährt man im Bundestrend mit einem Zuwachs von 56 887 Wohnmobilen (rund 10 Prozent). Anfang 2020 waren 589.355 Reisemobile zugelassen.

Zahlen, die bis Ende 2020 untermauert wurden, so kamen im Kreis Northeim laut Verwaltung 533 Fahrzeuge hinzu. Der Kreis Göttingen meldete auf Anfrage – ohne Stadt Göttingen – Ende 2020 einen Bestand von 2016 Reisemobilen.

2021 geht es positiv weiter: „Im Halbjahreszeitraum lässt sich ein leichter Trend aufwärts erkennen“, sagt Saskia Binnewies vom Kreis Northeim, wo der aktuelle Bestand bei 1388 liegt. Das sind also rund 450 mehr als zum Jahresbeginn 2020.

Die Verkaufs- und Anmeldezahlen dürften weiter auf hohem Niveau bleiben, sagen Branchenexperten voraus. So wurden bis Ende Juni 48 728 Reisemobile zugelassen – 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Folge: Lange Wartezeiten für Besteller. „Es klingt paradox: Die Branche boomt wie nie, trotzdem stehen bei einigen Herstellern die Bänder still“, so Axel Sülwald von der „Auto Bild – Reisemobil“. Grund sind Lieferengpässe für Baumaterial. Besonders beliebt sind ausgebaute Kastenwagen und teilintegrierte Reisemobile. Sie sind im Vergleich zu oft als Erstwagen gefahrenen Campingbussen relativ preisgünstig und zeichnen sich durch hohe Wertbeständigkeit aus. Der Vergleich mit dem Gesamt-Kraftfahrzeugbestand im Kreis Göttingen – 222.781 Fahrzeuge inklusive 33.248 Anhänger, inklusive Wohnwagen – zeigt aber: Wohnmobile sind als Dritt- oder Zweitwagen Nischenprodukte.  (Thomas Kopietz, mit Quelle: zds)

Die „Reisemobil-Bundesliga“

Die Landkreise Northeim und Göttingen spielen in der „Wohnmobil-Bundesliga“ trotz steigender Zulassungszahlen für Reisemobile derzeit keine Spitzenrolle, sind bestenfalls Mittelmaß. Unter 400 vom Zeitungsdienst Südwest statistisch betrachteten Landkreisen, kreisfreien Städten und Städten liegt der Landkreis Göttingen mit einer Wohnmobildichte von 7,58 pro 1000 Einwohner auf Rang 188. Der Kreis Northeim schafft es mit 7,80 immerhin auf Platz 158. (tko)

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