Kundgebung rechter Freundeskreis in Göttingen

Eine Handvoll Rechter demonstrierte mit Kaffee und Reden

Vier Leute: Kundgebung des Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen vor dem Bahnhof Göttingen. Sprecher Jens Wilke im Dialog mit Polizisten. Etwa 50 Gegendemonstranten störten mit Lärminstrumenten. Foto: Kopietz

Göttingen. Der Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen hielt am Samstag eine Kundgebung vor dem Bahnhof ab. Der Parkplatz war gesperrt. Die Demo war bis 18 Uhr angemeldet. Es gab keine Zwischenfälle. Die Polizei war mit Hundertschaften vor Ort.

Nur fünf Tage nach der Razzia gegen Mitglieder im Umfeld des Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen hat eben jener FKTN eine Kundgebung am Samstag in Göttingen abgehalten. Etwa 50 Gegendemonstranten, auch aus der linksautonomen Szene protestierten lautstark gegen den Freundeskreis-Aktion.

Vor dem Bahnhof ging es gegen 10 Uhr los. „Wir sind volle Pulle im Einsatz“, hatte Freundeskreis-Sprecher Jens Wilke noch am Montagnachmittag nach der Razzia getönt. Die Polizei könne seine Vereinigung nicht beeindrucken. Am Donnerstag kam dann der Antrag eines Mitglieds bei der Ordnungsbehörde, die der Kundgebung zustimmte.

Um 10.07 Uhr fuhr am Samstag ein goldfarbener Peugeot mit vier Mitgliedern des Freundeskreises auf eine abgesperrte Fläche. Die Freundeskreisler um Jens Wilke bauten sich einen Campingtisch samt Stühlen auf, stellten Kaffeepötte und -kanne darauf, spielten Liedgut über die Lautsprecher ab.

Jens Wilke kündigte an, dass die angemeldete Großdemonstration am Samstag, 1. April, auf jeden Fall stattfinden werde. Dann erwartet die Handvoll rechter Freundeskreisler auch mehr Unterstützer aus anderen rechten Gruppierungen.

Am Samstag machten auch die Gegendemonstranten nicht im bekannten Ausmaß mobil. Etwa 50 Gegendemonstranten, getrennt von den Rechten durch Absperrgitter, einer Freifläche und einigen Polizisten, mit einzelnen Transparenten und vielen Lärminstrumenten wie Tröten und Alarmsignalgebern ließen der Verständlichkeit von Musik und Wilke-Ansagen keine Chance. Das durch viele politischen Parteien gehende Bündnis gegen Rechts hatte am Samstag nicht zur Demonstration aufgerufen.

Mehrere hundert Beamte – nicht nur aus Göttingen – hatte die Polizeiinspektion Göttingen im Einsatz, dazu Pressesprecher, Kontaktbeamte zur Deeskalation. Die Polizei informierte auch auf die Handys – per Twitter-Kurznachrichten.

Der Parkplatz vor dem Bahnhof war abgesperrt. Der Taxenstand vor dem Bahnhofsgebäudetrakt wurde verlegt.

Die Demonstration war von der Stadt Göttingen insgesamt von 10 bis 18 Uhr erlaubt worden.

Bei Wohnungsdurchsuchungen im Umfeld des Freundeskreises hatten Beamte in Objekten in Göttingen, im Landkreis und in Fretterode im benachbarten Thüringen auch verbotene Waffen und Datenträger beschlagnahmt. Es laufen Ermittlungsverfahren gegen sechs Personen wegen der Bildung einer bewaffneten Gruppe. (tko)

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