Bundestagsabgeordneter war bei Bündnis für Stadtentwicklung zu Gast

Göttingen: Trittin fordert mehr Wind- und Solarstrom

Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin (Grüne)
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Jürgen Trittin (Grünen) war beim Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung und „Scientists for Future“.

Der Göttinger Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin (Grüne) war beim Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung und „Scientists for Future“ zu Gast, um über Energiepolitik zu sprechen.

Göttingen – Sein Fazit: „Ohne einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien werden wir keine zukunftsfähigen Strategien im Klimaschutz entwickeln können.“ Deren Ausbau drohe zum Stillstand zu kommen.

Wind- und Solarstrom sei unverzichtbar. Wegen des Ausbaus von Wind- und Solarkraftwerken wachse die Nachfrage nach Solarmodulen.

Auf die Frage nach einer deutschen Herstellung der Produkte, wies Trittin darauf hin, dass deren Produktion vor etwa 15 Jahren nach China verlagert worden sei. Dies habe mit der Politik verschiedener Merkel-Regierungen zu tun. Diese koste in Deutschland etwa 100 000 Arbeitsplätze. Trittin begrüße die Entwicklung einer europäischen Produktion. Anlagen über landwirtschaftlichen Flächen könnten dazu beitragen, auch in Göttingen. Dort gäbe es sie bisher nur in Pilotprojekten. Das Problem seien rechtliche Hürden und veraltete Förderrichtlinien.

Zu Wasserstoff sagt Trittin, dass die Nutzung in Frage komme, wenn dieser mit erneuerbaren Energien erzeugt werde. Um dies zu erreichen, setze er auf CO2-Zertifikate und öffentliche Vergütungssysteme. Auf die Frage, ob die Abschaltung deutscher Atomkraftwerke nach dem Vertrag von Paris zulässig sei, antwortet er, diese könne Deutschland ohne Verstoß abschalten.

Beim Verkehr hätten Kommunen einen Spielraum, den sie nicht ausreichend nutzten, so die Analyse von Trittin. In Göttingen fielen dadurch 28 Prozent der Treibhausgase an, so Francisco Welter-Schultes Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung. Nach seiner Einschätzung habe der Auto- und Lastwagenverkehr in Göttingen zugenommen. Die Autos seien zudem breiter und schwerer geworden.

Für den Radverkehr sei hingegen fast nichts getan worden. Das Bündnis fordert für Göttingen, Auto-Spuren für Radwege zu nutzen. Gefährliche Straßen seien als Einbahnstraßen in Gegenrichtung mit Radwegen auszuweisen.

Das Bündnis wünscht sich, den gestiegenen Verkehr bei einer Regierungsbeteiligung der Grünen zu senken. Trittinverwies dabei auf die Schweiz, wo eine Lastwagen-Maut je nach Gewicht erhoben werde. „Es bewirkt, dass Waren nicht mehr über unnötig lange Strecken transportiert werden“, sagt er. Güter würden vermehrt auf die Bahn verlagert, kleinere Lastwagen kämen zum Einsatz.

Die Göttinger Aktivisten glauben, eine solche Maut entlaste auch die Innenstadt, wo bei Anlieferungen zunehmend größere Wagen zum Einsatz kämen.  (Fabian Becker)

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