Göttinger Bundestagsabgeordneter

Trittin macht Druck auf VW: Diesel sauber nachrüsten

Zeigt Einsatz: Jürgen Trittin, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen aus Göttingen fordert saubere Diesel. Foto: Jelinek

Göttingen. Der Göttinger Grünen-Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin macht Druck auf die deutsche Automobilindustrie.

In einem Interview mit unserer Zeitung fordert er die saubere Umrüstung manipulierter Dieselfahrzeuge und den Wegfall von Vergünstigungen. Er wolle den Autofahrern aber den Diesel nicht wegnehmen oder stilllegen lassen. Stattdessen drängten die Grünen in Gesprächen mit Autoherstellern auf eine schnelle Kursänderung.

„Wenn ich, wie kürzlich der VW-Spitze, sage, dass sie zehn Jahre in der Entwicklung alternativer Antriebe verpennt haben, dann kommt bei den Herren ganz schnell Stimmung auf“.

VW und andere Hersteller könnten und müssten im Übrigen Dieselfahrzeuge so nachrüsten, „dass sie im realen Verkehr das erfüllen, was in den Fahrzeugpapieren steht“. Laut VW koste das pro Auto etwa 700 Euro. „Durchaus finanzier- und leistbar, dann könnten die Leute ihre Diesel zumindest weiterfahren“, findet das Jürgen Trittin, der auch in der Bevorzugung von Dieselfahrzeugen eine ganz klare Meinung hat: Künftig zu verkaufende Diesel dürften nicht bevorteilt werden und über die Kombination von KfZ-Steuer und niedriger Diesel-Besteuerung das Vielfahren belohnt wird. „Das ist ökologisch kontraproduktiv“, sagt Trittin, der die Forderungen der Grünen so zusammenfasst: „Alte Diesel ordentlich nachrüsten, neue Diesel mit Benzinern gleichstellen, Ende des Verbrennungsmotors einleiten.“ Das stünde auch im an diesem Wochenende zu verabschiedenden Zehn-Punkte-Programm der Grünen: „Wir wollen eine Besteuerung nach dem CO-2-Ausstoß“, bekräftigt Jürgen Trittin.

Grundsätzlich sei die Diesel-Technologie gescheitert. In den Gesprächen mit VW sei es auch darum gegangen, klarzumachen, dass der fossile Verbrennungsmotor im Auto keine Zukunft hat, weil ihn die Exportmärkte nicht wollen. Man müsse ganz schnell zu E-Mobilen kommen. „Wir Grünen setzen den Rahmen dafür.“

Gleichwohl würden die Grünen keinen Populismus zum Thema Verkehr und Klimabelastung betreiben: „Nicht jedes schlechte Wetter ist eine Folge der Klimakrise – und Tempo 30 hilft gegen Stickoxide und Feinstaub, aber wenig gegen den Klimawandel“, sagte Trittin unserer Zeitung. (tko/ems)

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