Stadrat Göttingen diskutiert über Trinkwasser

Experte über Wasserknappheit: Trockenheit wird die neue Normalität

Sösetalsperre bei Osterode: Die Talsperre ist ein wichtiger Trinkwasserspeicher für die Region. Auch Göttingen bezieht das Wasser aus den Harztalsperren. Hier der Blick von der Staumauer. Im Sommer herrschte zuletzt häufig Niedrigwasser.
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Sösetalsperre bei Osterode: Die Talsperre ist ein wichtiger Trinkwasserspeicher für die Region. Auch Göttingen bezieht das Wasser aus den Harztalsperren. Hier der Blick von der Staumauer. Im Sommer herrschte zuletzt häufig Niedrigwasser.

Die Göttinger Ratsfraktion von Bündnins 90/Die Grünen fordert einen nachhaltigeren Umgang mit Trinkwasser. Experten gehen von Trockenperioden aus, die Stadt soll Regenwasser nutzen.

Göttingen - Um einer möglichen Wasserknappheit zu begegnen, soll die Stadtverwaltung auch ein Förderprogramm entwickeln - zur Nutzung von Niederschlagswasser.

„Aus dem jüngsten Weltwasserbericht der Unesco geht hervor, dass der Klimawandel in Zukunft zu weniger Trinkwasser und schlechterer Wasserqualität fürht“, heißt es in dem Antrag, der in der jüngsten Ratssitzung eingebracht wurde. Schon heute seien auch in Mitteleuropa immer häufiger längere Trockenzeiten und teilweise erhebliche Niederschlagsdefizite zu beobachten, die direkte Auswirkungen auf die öffentliche Trinkwasserversorgung in Deutschland haben werden.

„Ein zeitweise besonders hoher Wasserbedarf und die durch fehlende Niederschläge knappen Ressourcen stellen die komplexen Wasserversorgungssysteme vor immer größere Herausforderungen“, heißt es weiter. So hielten die Harzwasserwerke in ihrer Untersuchung „Hydrologische Untersuchungen mit Blick auf ein sich veränderndes Klima“ fest, das bisherige Prognosen, wonach das Winterhalbjahr Defizite aus anderen Jahreszeiten ausgleiche, nicht mehr haltbar seien. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass in Zukunft Trockenheit unsere neue Normalität wird“, so der technische Harzwasserwerke-Geschäftsführer Christoph Donner.

Daher sei es dringend erforderlich, ein nachhaltiges Wassermanagement einzurichten, was das Trinkwasser als essentielles Lebensmittel in Menge und Qualität schützt und den anderweitigen Gebrauch ersetzt durch eine nachhaltige Niederschlagswassernutzung.

Die Grünen fordern in ihrem Antrag die Stadtverwaltung auf, eine Richtlinie zum nachhaltigen Umgang von Trinkwasser zu entwickeln. Danach sollten unter anderem Rückhaltemöglichkeiten von Niederschlagswasser etwa durch Zisternen sowie Nutzungsmöglichkeiten von Regenwasser in Haushalten bei der Toilettenspülung oder in der Waschmaschine gefördert sowie eine Aufklärungskampagne für die Göttinger Bevölkerung zum nachhaltigen Umgang mit Trinkwasser aufgelegt werden. Der Antrag wurde einstimmig in den Ausschuss für Umwelt, Klima und Mobilität (UKM) verwiesen, wo in Kürze darüber beraten werden soll.  Von Per Schröter

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