Trotz des hohen Ansteckungsrisikos: Flüchtlinge gesünder als erwartet

Massen- und Notunterkünfte: In großen Lagern leben Flüchtlinge gefährlicher. Dort können sich ansteckende Krankheiten schneller ausbreiten. Dennoch ist die Situation in niedersächsischen Unterkünften besser als erwartet. Foto: dpa

Göttingen. In Niedersachsens Flüchtlingsunterkünften sind bislang weniger meldepflichtige Infektionskrankheiten ausgebrochen als erwartet.

Das teilte das Landesgesundheitsamt mit. Weil viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, ist das Ansteckungsrisiko in den größeren Sammelunterkünften groß. Zudem sind zahlreiche Männer, Frauen und Kinder von der Flucht geschwächt und besonders anfällig.

Deshalb werden die Asylsuchenden bei der Aufnahme untersucht und ihr Impfstatus überprüft. Neuankömmlingen werden kostenlose Impfungen angeboten.

Dennoch: In den vergangenen Wochen habe es trotz aller Vorkehrungen mehrfach Windpocken-Ausbrüche gegeben, sagte Behördensprecherin Dagmar Ziehm.

In solchen Fällen werde die betroffene Unterkunft gesperrt: Niemand dürfe aufgenommen beziehungsweise verlegt werden. Seit Jahresbeginn wurden 56 Windpocken-Erkrankungen gemeldet. Größere Influenza-Ausbrüche seien aber bisher nicht bekanntgeworden, sagte die Medizinerin.

Wegen der besonderen hygienischen Anforderungen verfügen alle Gemeinschaftseinrichtungen über Isoliermöglichkeiten für Patienten.

Meist erkranken die Flüchtlinge an den in Deutschland bekannten meldepflichtigen Infektionskrankheiten, etwa ausgelöst durch Noro- oder Rotaviren. „Auch Hepatitis A und Hepatitis B traten vereinzelt auf“, sagte Ziehm.

Zwei Kinder mussten mit einer Meningokokken-Meningitis im Krankenhaus behandelt werden.

Weil Tuberkulose in den Herkunftsländern der Flüchtlinge weiter verbreitet ist als in Deutschland, werden sie bei der Erstaufnahme auf die Lungenkrankheit untersucht. Seit Jahresbeginn wurde bei 20 Flüchtlingen Tuberkulose diagnostiziert.

Durch die frühzeitige Diagnose könne sofort mit der Therapie und - wenn nötig - Isolierung begonnen werden, um ein Weiterverbreiten der Krankheit zu verhindern, erläuterte Ziehm. (dpa/tko)

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