Ehrgeizige Ziele bis 2025

Trotz und wegen Corona: Sartorius will nachhaltig noch größer werden

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Groß, luftig, Raum für Neues: Die Halle eines Gebäudes am Sartorius-Campus in Göttingen mit samt italienischen Eiscafè und neuem Firmenlo go. Sartorius hält an sportlichen Zielen bis 2025 fest – das Unternehmen wächst. Foto: Hubert Jelinek

Positiv blickte der Sartorius-Vorstandsvorsitzende Dr. Joachim Kreuzburg bei der virtuellen Hauptversammlung in die Zukunft.

Kein Kaffee und Kuchen, kein Obst, keine Häppchen: Die Aktionäre der Sartorius AG mussten in diesem Jahr ohne Hauptversammlung in der Lokhalle auskommen (wir berichteten). Leicht verdaulich und positiv war aber das, was Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Kreuzburg zu berichten hatte.

„Sehr erfreulich“ ist für Kreuzburg – neben den 2019er-Geschäftszahlen – vor allem, dass es immer mehr „Sartorianer“ gibt: 9000 waren es zum Jahresbeginn, „jetzt sind wir schon bei 9500“, sagte der Vorstandschef. Sie kämen aus 80 Nationen.. 68 Prozent arbeiten in Europa, 17 Prozent in Amerika und 15 Prozent im Asien/Pazifik-Sektor. „Das wird sich ein wenig in Richtung Asien/Pazifik verschieben.“

Personalmischung

Fazit: Insgesamt verfüge Sartorius über eine „tolle Mischung aus Erfahrung und frischen Ideen über eine gemischte Altersstruktur: 51 Prozent sind jünger als 40 Jahre – das ist für Kreuzburg unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung „besonders bemerkenswert“. Aber: Die Jüngeren wechseln auch schneller, 49 Prozent arbeiten generell nur bis zu fünf Jahre für Sartorius. 21 Prozent arbeiten hingegen schon länger als 15 Jahre für das Unternehmen. Macht im Mix besagte „tolle Mischung“.

Pioniergeist

Für das Traditionsunternehmen Sartorius aber blickt der Vorstandschef zuversichtlich nach vorne: In der 150-jährigen Geschichte habe Sartorius große Stärken bewiesen, vor allem Wandlungsfähigkeit und Pioniergeist. In diesem Sinne sei man weiter unterwegs. Es gehe darum, einfache und schnelle Fortschritte – im Sinne einer besseren Medizin für die Menschen – zu erreichen. Und dafür benötige man gerade diesen Pioniergeist und eine Wandlungsfähigkeit.

Dr. Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender |Sartorius AG. Foto: Archivfoto: Hubert Jelenek

Bewiesen hat Sartorius das mit einer – sehr erfolgreichen – Neuausrichtung auf eben jenen bio-pharmazeutischen Markt und die Komplettversorgung der dort tätigen Forscher, Entwickler und Produzenten.

Bedeutung am Markt

Der Umsatz stieg so in zehn Jahren seit 2009 von 412 Millionen Euro auf 1,83 Milliarden Euro. Eine imposante Entwicklung, die Kreuzburg so zusammenfasst: „Wir sind heute mehr als zehn Mal relevanter für den Markt, von der Technologie bis zur Anwendungsorientierung.

Keine Neuausrichtung, aber eine Feinjustierung dürfte sein, wenn Sartorius im Zuge der Klimaschutzdebatte selbstkritisch eigene Prozesse hinterfragt und verändert. Nachhaltigkeit sei ohnehin im Unternehmenszweck verankert: „Einen Beitrag zur besseren Gesundheit leisten“, heißt es darin unter anderem.

Öko-Fußbabdruck

Man wolle und werde über die Produktverantwortung nachhaltig wirken, kündigt Joachim Kreuzburg an. Die entwickelten Einwegsysteme hätten ohnehin schon zu einem „geringeren Öko-Fußabdruck“ von Sartorius beigetragen. Denn der Kunststoff benötige weit weniger Energie als Edelstahlprodukte. Künftige Aufgaben werden ein starkes Augenmerk auf das Kunststoffrecycling sein. Deshalb sei man auch für dem Netzwerk European Plastic Pact beigetreten.

Auf dem Prüfstand stehen auch die Lieferketten für die Sartorius-Produktion: Nachhaltigkeit sei auch hier ein Qualitätskriterium der Zukunft. Die Ketten sollen überprüft und neu aufgestellt werden – in Kooperation mit den Lieferanten.

Generell sieht Kreuzburg, dass in Europa der Anteil der Wasserkraft an der Energieerzeugung deutlich wachsen werden. Ein Trend, den er befürwortet.

Zukäufe

Erkenntnisse aus der Corona-Krise mit einer Verstärkung der Home-Office-Arbeit, Videokonferenzen und weniger Reise- und Vor-Ort-Tätigkeit auch im Ausland seien positiv und wertvoll. Aber: So galt es auch zugekaufte Unternehmen wie das israelische Biological Industries und Teile des US-Konzerns Denaher mit weniger Vor-Ort-Präsenz zu integrieren.

Corona habe große Herausforderungen mit sich gebracht und manches komme noch – wie die zu erwartende weltweite Rezession. Auch Auswirkungen auf den Personenverkehr seien wahrscheinlich.

Die Sartorius Führungsmannschaft jedenfalls glaubt weiter an sich: Das Ziel Umsatzverdoppelung von 2020 auf 2025 wird aufrechterhalten.

Von Thomas Kopietz

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