Urteil im Prozess gegen drei Männer

Überfall auf Pizza-Service in Göttingen: Mehrjährige Haftstrafen für Täter

Göttingen. Drei Männer aus dem Kreis Northeim, bleiben im Gefängnis. Das Landgericht verurteilte die in U-Haft sitzenden Männer zu mehrjährigen Haftstrafen. Sie hatten einen Pizza-Dienst in Göttingen überfallen.

Die Kammer befand die Angeklagten des gemeinschaftlichen besonders schweren Raubes für schuldig. Zwei 23 und 24 Jahre alte Angeklagte müssen für drei Jahre und elf Monate in Haft, der 22-jährige Mitangeklagte, der wegen einer Gehbehinderung im Auto gewartet hatte, muss eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und vier Monaten verbüßen.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die teilweise Haftstrafen von mehr als vier Jahren beantragt hatte. Die Verteidiger hatten auf eine Bewährungsstrafe beziehungsweise Freispruch plädiert.

Nach Überzeugung der Richter hatten die drei Angeklagten die „fatale Idee“, sich mit einem Raubüberfall Geld zu beschaffen. Sie hätten sich bei der Mutter des 24-jährigen Mannes aus Einbeck ein Fleischerbeil, einen Zimmermannshammer und ein Brotmesser geholt und seien dann nach Göttingen-Weende gefahren. Dort hätten sie spontan den Pizza-Service als Tatort ausgewählt.

Schauplatz für viele Verhandlungen: Das Gebäude für Amtsgericht und Landgericht in Göttingen.

Während der 22-Jährige im Auto geblieben sei, hätten die beiden anderen Angeklagten maskiert den Laden betreten. Der 24-Jährige habe den Schichtleiter mit dem Brotmesser bedroht und dann die Kasse ausgeräumt.

Währenddessen habe der 23-Jährige die übrigen Mitarbeiter mit dem Beil und dem Hammer eingeschüchtert und wild auf die Einrichtung eingeschlagen. Anschließend seien sie nacheinander zu Fuß geflohen.

Pizzadienst-Mitarbeiter merkten sich Nummernschild

Die überfallenen Mitarbeiter hätten „robust reagiert“ und die Täter verfolgt, sagte der Vorsitzende Richter Patrick Gerberding. Der 24-Jährige habe unterwegs einen Teil der Beute verloren und sich in einem Gebüsch versteckt. Der 23-Jährige habe seine Verfolger mit dem Beil bedroht und sei dann in das Auto gestiegen, in dem der 22-Jährige bereits den Motor angelassen hatte.

Die Mitarbeiter des Pizza-Service hatten sich aber das Kennzeichen gemerkt, sodass die Polizei bereits wenig später das Fluchtfahrzeug stoppte und die Insassen festnahm. Der 24-Jährige, der sich mit Bus und Taxi zurück nach Einbeck durchschlug, wurde zwei Tage später festgenommen.

Das Gericht hielt allen Angeklagten zugute, dass sie ein Geständnis abgelegt und Reue gezeigt hätten. Insgesamt seien sie „eher dilettantisch“ vorgegangen. 

Rubriklistenbild: © Kopietz

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