Übergewicht bei Kindern: Freie Therapieplätze in Göttingen

Falsche Belohnung: Zu viel Zucker oder fettige Speisen fördert Adipositas bei Kindern. Foto: dpa

Göttingen. In Göttingen leiden 10.500 Menschen an Adipositas, Fettleibigkeit. Das Adipositaszentrum der Unimedizin (UMG) startet eine Therapiegruppe für Zehn- bis Zwölfjährige.

Wer kennt das nicht? Den Winter über ein paar Pfunde zu viel auf den Hüften angesammelt und schon steckt man in der alljährlichen Frühjahrsdiät. Frauen- und Männerzeitschriften titeln mit den neuesten Abspeck-Kuren für die Sommerfigur und es beginnt wieder das kollektive Diäthalten, Kalorienzählen und Wiegen.

Doch oft sind gerade die ohne Beratung durchgeführten Diäten der Beginn eines gefährlichen Teufelkreises: Denn Mangelernährung führt zu Heißhungerattacken, dem Jojo-Effekt und aus Übergewicht wird schnell Adipositas. Allein in Niedersachsen litten nach einer Barmer GEK Berechnung im Jahr 2013 rund 685.000 Menschen unter der Diagnose „Adipositas und sonstige Überernährung“ (E65 – E68).

Regional betrachtet bedeutet dies für Göttingen 10.500 Betroffene. Davon 4500 Männer und 6000 Frauen.

Über 1000 Patienten hat beispielsweise das Adipositaszentrum der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) seit 1993 behandelt, erzählt Dr. Vivien Faustin von der Interdisziplinären Adipositas-Ambulanz.

Neue Gruppe für Kinder 

Seit über 20 Jahren entwickeln die Ernährungsexperten an der UMG die bestmögliche Adipositas-Therapie für Abnehmwillige. Aber besonders auch die rechtzeitige Prophylaxe oder Therapie bei übergewichtigen Kindern ist nicht zu vernachlässigen, weiß die Medizinerin: „Leider geht die Liebe noch viel zu oft durch den Magen oder Belohnungsschemata begrenzen sich auf Chips und Schokolade. Das führt leider schnell zu fettleibigen Kindern.“ Im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der UMG, können entwicklungsauffällige, von Behinderung bedrohte sowie extrem adipöse Patienten – vom Frühgeborenen bis zum jungen Erwachsenen – ambulant untersucht und behandelt werden: „Ziel ist es, zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine Krankheit zu erkennen, einen Behandlungsplan aufzustellen und die Therapie einzuleiten“, erklärt Faustin. Demnächst beginnt eine neue Therapiegruppe für Zehn- bis Zwölfjährige. Plätze sind noch frei.

Informationen und Ansprechpartner im Internet unter: http://zu.hna.de/Abnehmkinder oder unter Tel. 0551 / 39 13 241. 

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