Weitere Sondierungen laufen

Überprüfung geht weiter: Möglicherweise doch Bombe aus Zweitem Weltkrieg in Göttingen

Die Godehardstraße in Göttingen ist von Dienstag bis Donnerstag gesperrt.
+
Blick auf die Godehardstraße in Göttingen: Es laufen weiter Sondierungen.

Möglicherweise wurde unter einer Straße in Göttingen eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Ein Abschnitt einer wichtigen Hauptstraße wird gesperrt.

Update vom Donnerstag, 15.10.2020, 18 Uhr: An vier Punkten auf der Godehardstraße in Göttingen muss durch weitere Erkundungen geklärt werden, ob sich dort möglicherweise Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg befinden. Das ist das Ergebnis einer Besprechung von Kampfmittelbeseitigungsdienst, Ordnungsamt, Fachfirma und Berufsfeuerwehr. Insgesamt sechs Punkten waren bisher unter die Lupe genommen worden, berichtet die Göttinger Stadtverwaltung.

Hintergrund: Derzeit läuft eine größere Baumaßnahme im Bereich der Godehardstraße. Dabei wird standardmäßig geprüft, ob Kampfmittel im Bodenzu finden sind. Bevor die weiteren Überprüfungen möglich sind, müssen Versorgungsleitungen, die im Umfeld der Punkte verlaufen, zunächst umgeleitet werden, um für die weiteren Maßnahmen Platz zu schaffen. Anschließend muss der Grundwasserspiegel in dem Bereich gesenkt werden. Hierfür müssen Brunnen angelegt werden. Anschließend wird an den Punkten weiter ausgeschachtet, damit genauere Messungen möglich sind.

Erst danach kann beurteilt werden, ob eine Evakuierung der Bevölkerung erforderlich sein wird. Die Vorbereitungen und die weiteren Messungen werden voraussichtlich mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Die Stadtverwaltung wird die Bevölkerung sowie die anliegenden Unternehmen fortlaufend unter goe.de/godehardstr informieren.

Update vom Freitag, 09.10.2020, 18 Uhr: An dieser Stelle zeigen die Magnetsondierungen nach Einschätzung der Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst ein Ergebnis an, welches auf ein Kampfmittel hindeuten könnte.

Bis voraussichtlich Mitte nächster Woche werden die weiteren Verdachtspunkte von Experten einer Fachfirma und dem Kampfmittelbeseitigungsdienst sondiert. „Wir müssen die weiteren Sondierungen abwarten, um ein vollständiges Bild der Situation zu haben. Gemeinsam mit allen Verantwortlichen werden die notwendigen Maßnahmen gewissenhaft und sorgfältig abgewogen und geplant. Dies wird noch Zeit in Anspruch nehmen“, sagte Erster Stadtrat Christian Schmetz, Ordnungs- und Feuerwehrdezernent der Stadt Göttingen.

Kampfmittelbeseitigungsdienst, Polizei, Fachbereiche Ordnung und Berufsfeuerwehr der Stadt Göttingen arbeiten bei der Sondierung und Überprüfung eng zusammen. Gemeinsam wollen sie über die Ergebnisse gemeinsam erörtern und anschließend die weitere Vorgehensweise festlegen. Laut Verwaltung ist mit einer Vorlaufzeit von mehreren Wochen bis zu einer möglichen Entschärfung zu rechnen.

Für die Bevölkerung besteht durch die aktuellen Sondierungsarbeiten keine Gefahr. Die Stadtverwaltung will weiter unterrichten.

Update vom Freitag, 09.10.2020, 9.00 Uhr: Glück für Göttingen: Bei Untersuchungsarbeiten unter der Godehardstraße in Göttingen wurden keine Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden.

Das ist das Ergebnis von Sondierungsarbeiten im Untergrund der Godehardstraße, die jetzt von der Fachfirma abgeschlossen worden. Es war befürchtet worden, dass bei der Tiefensondierung möglicherweise Kampfmittel gefunden werden könnten.

Die Bohrlöcher wurden inzwischen wieder gefüllt und die Straße asphaltiert. Am Donnerstag gab es letzte Reinigungsarbeiten der Fahrbahn. Damit steht die Straße ab sofort wieder für den Verkehr zur Verfügung.

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass bei jeder Baumaßnahme standardmäßig geprüft wird, ob es Anhaltspunkte gibt, die auf mögliche Kampfmittel im Boden hindeuten können. „Soweit Auffälligkeiten festgestellt werden, werden weitere Erkundungsmaßnahmen empfohlen. Dies kommt häufiger vor als gedacht: Jährlich werden etwa 40 bis 50 Punkte in Göttingen genauer untersucht“, so die Verwaltung.

Mit Blick auf vorgesehene Baumaßnahme in der Godehardstraße müssen auf dem Baufeld und in der Umgebung noch weitere Sondierungen vorgenommen werden. Voraussichtlich Mitte 2021 werden sämtliche Punkte untersucht sein. Sollte sich ein Verdachtspunkt erhärten will die Stadtverwaltung umgehend informieren.

Erstmeldung vom 06.10.2020: Möglicherweise liegen unter der Godehardstraße in Göttingen weitere Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg. Deshalb ist ein Abschnitt der wichtigen Hauptstraße von Dienstag bis Donnerstag, 6. bis 10. Oktober, gesperrt. So soll die Sperrung ablaufen.

Betroffen ist der Bereich zwischen der Pfalz-Grona-Breite und Carl-Zeiss-Straße (in Höhe Sparkassen-Arena). Der Verkehr wird weiträumig umgeleitet. Die Umleitungen sind ausgeschildert.

Hintergrund sind laut Stadtverwaltung „Kampfmittelverdachtspunkte aus dem 2. Weltkrieg“ unter der Godehardstraße, die durch ein Spezialunternehmen sondiert werden müssen. Sollte sich nach diesen Untersuchungen der Verdacht auf einen Blindgänger erhärten, will die Stadt umgehend informieren und der Kampfmittelräumdienst einschalten.

Nach den Sondierungsarbeiten werden die Bohrlöcher in der Straße wieder aufgefüllt und neu asphaltiert. Die Arbeiten sollen laut Verwaltung bis Donnerstag, 08.10.2020, abgeschlossen werden.

Außerdem wird am Dienstag und Mittwoch, 6. und 07.10.2020, auf der Berliner Straße die Rechtsabbiegespur in die Godehardstraße gesperrt. An beiden Tagen werden Mängel auf dem Radschnellweg im Kreuzungsbereich Berliner Straße / Godehardstraße beseitigt. Der Verkehr wird an der Baustelle vorbeigeführt und über die Groner Landstraße und Königsallee umgeleitet. (Bernd Schlegel)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.