Ehemalige Baptistenkirche

Umbau zu Kino läuft: Filmkunst in alten Kirchenmauern in Göttingen

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Der Umbau hat begonnen: Im Spätherbst 2019 soll in der ehemaligen Baptistenkirche an der Bürgerstraße in Göttingen ein neues Programmkino eröffnet werden.

Die frühere Baptistenkirche an der Bürgerstraße in Göttingen gleicht aktuell einem Torso. Im Spätherbst kommenden Jahres soll dort ein Programmkino seine Pforten öffnen.

Die Bauarbeiten für das Großprojekt direkt am Göttinger Wall haben begonnen. Als Investor fungiert Gerhard Roczik. Er wird den Machern des Kinos Lumière den Saal im früheren Gotteshaus zu guten Konditionen zur Verfügung stellen, sagte Matthias Sonnenburg, Vorsitzender der Göttinger Filmkunstfreunde, die sich seit einigen Jahren für ein weiteres Programmkino in Göttingen einsetzen.

In dem 87 Quadratmeter Kinosaal, der auch über eine Empore verfügen wird, ist Platz für 100 Filmfans. Sie dürfen sich dann auf ein digitales Kinoerlebnis freuen, denn es wird modernste Vorführ- und Tontechnik installiert. Außerdem werden die Gäste auf bequemen Kinosesseln Platz nehmen. Analoge Technik, die noch zur Verfügung stehen würde, kommt nicht zum Einsatz. Der Grund: Heute liegen praktisch alle aktuellen Filme in digitaler Form vor. Allein für die Technik und die Ausstattung samt Bestuhlung müssen etwa 200 000 Euro investiert werden.

Damit die Gäste nach dem Kinoerlebnis auch über das Erlebte diskutieren können, wird außerdem ein Bistro mit 84 Quadratmetern für die Gäste entstehen, das laut Sonnenburg Wolfgang Cichon betreiben wird. Ein Foyer mit 34 Quadratmeter rundet das Gesamtangebot für einen Kinoabend ab, damit die Besucher nicht vor dem Filmgenuss in der Kälte stehen müssen. Außerdem entstehen in dem ehemaligen Kirchengebäude mehrere Wohnungen in zentraler Lage.

Blick vom Wall auf die ehemalige Baptistenkirche: Die Umbauarbeiten sind bereits voll im Gange.

Außerdem wurde bei dem Neukonzept an Parkmöglichkeiten gedacht. Sie stehen auf einem öffentlichen Parkplatz (Zufahrt über die Gartenstraße) sowie auf einem Grundstück am Wall zur Verfügung.

Das Ringen um das Programmkino hatte vor acht Jahren begonnen. Damals hatten die Filmkunstfreunde einen neuen Standort für das „Cinema“ gesucht. Ein paar Jahre später fiel dann das Augenmerk des Vereins, der inzwischen 120 Mitglieder hat, auf die Baptistenkirche. Aus Sicht der Filmkunstfreunde ist es sinnvoll, dass das Lumière den Betrieb auch im zweiten Programmkino übernimmt, um nicht eine Konkurrenz um die besten Filme auszulösen. Sonnenburg ist sich sicher, dass die Göttinger mit der Neueröffnung wieder Filme erleben können, die vorher nur kurz oder gar nicht liefen.

Werben für das künftige Programmkino auf dem Wochenmarkt: Die Filmkunstfreunde bitten dafür um Spenden.

Damit die Ausstattung des Kinosaals finanziert werden kann, haben die Filmkunstfreunde eine Spendenkampagne gestartet. Dazu hat der Verein „Film- und Kinoinitiative e.V.“ ein Konto bei der Sparkasse Göttingen eingerichtet. IBAN: DE04 2605 0001 0056 0721 19

Wenn das künftige Kino im alten Gotteshaus eröffnet ist, stellt sich die Frage, was aus dem Verein um den Vorsitzenden Sonnenburg wird. Denkbar ist die Umwandlung in einen Förderverein – oder die Auflösung, denn schließlich ist dann das Vereinsziel erreicht. 

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