Fragen und Antworten

Umweltfeuerwehr des Landkreises Göttingen: Spezialisten im Einsatz

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Prägender Gefahrgutunfall: Im Dezember 2014 kippte ein Transporter mit 80 Fässern Rattengift auf der Autobahn 7 um. Die Umweltfeuerwehr nennt den Einsatz mit mehr als 170 Helfern als einen der Gründe für ein überarbeitetes Konzept.

Kreis Göttingen. Unfälle mit Gefahrgut gehören zu den heikelsten und spektakulärsten Herausforderungen für die Feuerwehr. Wir klären wichtige Fragen und Antworten.

Fragen zu den Spezialisten im Umgang mit Gefahrstoffen: den Einsatzkräften der neu strukturierten Umweltfeuerwehr des Landkreises Göttingen.

? Was genau macht die Umweltfeuerwehr?

Die Spezialisten sind im Einsatz, wenn gefährliche Stoffe und Güter wie etwa giftige Chemikalien im Spiel sind. Sie sind entsprechend geschult und mit spezieller Ausrüstung für diese heikle Herausforderung ausgestattet. Die Umweltfeuerwehr ist auch für die Dekontamination und das Erkunden sowie Beseitigen von gefährlichen Stoffen zuständig.

Wie viele Einsätze müssen die Kräfte pro Jahr bewältigen?

Die Kreis-Umweltfeuerwehr Göttingen hat zehn Einsätze pro Jahr, schätzt Brandabschnittsleiter Albert Sasse. Vor zehn Jahren waren es noch zwei bis vier Unfälle mit Gefahrengut in zwölf Monaten. Die Ursache sei häufig Unachtsamkeit von Lastwagen-Fahrern, sagt Sasse. Der Anstieg bei den Einsätzen hänge aber vor allem mit dem größeren Einsatzgebiet der neuen Umweltfeuerwehr zusammen. Mit Osterode und damit der Bundesstraße 246 sei ein weiteres unfallträchtiges Gebiet hinzugekommen.

Was ist neu an der Umweltfeuerwehr des Kreises?

Die neu formierte Umweltfeuerwehr besteht aus dem ABC-Fachzug der ehemaligen Kreisfeuerwehrbereitschaft Osterode und der Umweltfeuerwehr des früheren Landkreises Göttingen. Hintergrund ist die Fusion der Landkreise Göttingen und Osterode. Erste gemeinsame Übungen fanden im März statt. Ein halbes Jahr später zeigt sich Brandabschnittsleiter Sasse zufrieden: „Im Bereich der Feuerwehren funktioniert die Fusion gut“, sagt er. Man habe zunächst zwei unterschiedliche Konzepte zusammenbringen müssen. „Aber wir finden uns so langsam.“

Wie schlagkräftig ist die neue Truppe?

Sehr, so die Überzeugung bei Kreisverwaltung und der Wehr selbst. Auch, weil ein neues Konzept langsam Früchte trägt. Die Zahl der Einsatzkräfte wurde aufgestockt: 240 Feuerwehrleute können mobilisiert werden, wenn die Situation besonders heikel ist. Zu den 120 Göttinger und den 60 Osteröder Einsatzkräften kommen laut Sasse etwa 40 Helfer der Rettungsdienste sowie einige Messeinheiten. Zudem habe der Landkreis seit Oktober 2015 rund 560 000 Euro für neue Ausrüstung ausgegeben.

Warum war ein überarbeitetes Konzept nötig?

Als Ursache nennt Albert Sasse die Gefahrenlage auf den Autobahnen 7 und 38. Ein Auslöser sei auch der schwere Unfall im Dezember 2014 gewesen. Ein Sattelzug hatte 80 Fässer mit Rattengift geladen und war umgekippt. Die Wehren waren drei Tage lang mit mehr als 170 Helfern, darunter auch Einsatzkräfte aus den Nachbarkreisen, im Einsatz, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

Wo kann man sich über die Arbeit der Umweltfeuerwehr informieren?

Eine gute Gelegenheit bietet sich am Samstag, 16. September, in Göttingen: Von 10 bis 15 Uhr präsentieren sich die Aktiven auf dem Parkplatz des Kaufpark-Geländes. Brandabschnittsleiter Albert Sasse und sein Team stellen Ausrüstung, Fahrzeuge und Einsatzfeld der Umweltfeuerwehr vor. Filmaufnahmen und Fotos zeigen erfolgreiche Einsätze, zudem wird über die Geschichte und Entwicklung der Umweltfeuerwehr informiert. Höhepunkt sind zwei Simulationen von Gefahrgutunfällen, bei der die Kräfte Einsätze der Umweltfeuerwehr nachstellen. Der Start der Übungen ist für 11.30 Uhr sowie 13 Uhr geplant. 

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