Feier in der Lokhalle

400 waren dabei: Abschiedsempfang für Oberbürgermeister Wolfgang Meyer

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In passender Farbe verpacktes Geschenk von der HNA: Thomas Kopietz gratuliert dem sichtlich erfreuten Oberbürgermeister Wolfgang Meyer.

Göttingen. Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) feierte am Montagabend mit mehr als 400 Gästen in der Lokhalle. Es ist ein Abschied, der zum Menschen Meyer passt.

Dieser Weg ist ein langer bis zum Gastgeber: 50 Meter geht es über den beleuchteten roten Teppich. Am Ende steht ein händeschüttelnder Wolfgang Meyer. Der introvertierte Mensch Meyer gibt sich locker, freut sich über die vielen Menschen, die ihm für die Zeit danach nur das Beste wünschen. Ja, Meyer lacht, scherzt, umarmt. Dann folgen die Grußworte, die manchmal in einer Lobhudelei enden. Und Wolfgang Meyer ist wieder der, wie ihn die Göttinger kennen: Den aufbrandenden Applaus nimmt er – bescheiden – sitzend entgegen.

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Ob Kämmerer Hans-Peter Suermann in seiner lustig-frechen Begrüßung, SPD-Bundestagsabgeordneter Thomas Oppermann in der politischen Bewertung, der grüne Bürgermeister Ulrich Holefleisch in einer grün-roten Rückschau, Wilhelm Gerhardy (CDU) oder der Weggefährte und Freund Klaus Hoffmann in persönlichen Notizen – viele der genannten Attribute tauchen in den zwei Stunden häufiger auf: Meyer sei ein akribischer, klarer, hartnäckiger, von vielen gerade deshalb geschätzter Fleiß-Arbeiter und Politikmacher aus Leidenschaft.

Im Mittelpunkt: Oberbürgermeister Wolfgang Meyer mit Frau Annette beim Abschiedsempfang mit mehr als 400 geladenen Gästen im Westflügel der Göttinger Lokhalle.

Das Rampenlicht suche er nicht, weil er das fürs Ego braucht, sondern, weil er als OB seine Pflicht tat. Ein draufhauender Lautsprecher sei er nie gewesen, wohl aber „Fels in der Brandung“ in schwierigen Phasen und in einer diskussionfreudigen SPD, wie Oppermann schildert.Meyer habe Göttingen, die Stadt mit „ganz großen Stärken“, auf einen guten Weg gebracht. Und das in einer verbindlichen, unaufgeregten Art. Diese, von Fremden oft als Schwäche ausgelegte Zurückhaltung, sei letztlich eine Stärke, wie Holefleisch sagt. Er bilanziert, dass Meyer, der ihn früher mal als grüne Nervensäge bezeichnet hat, vom „grummelnden Richter zum Ermöglichungsjurist“ geworden ist. „Du warst ein guter, erfolgreicher OB!“

Ein Urteil, das der Ex-GWG-Chef Klaus Hoffmann, den Meyer einst zur SPD-Mitgliedschaft überredete, bestätigt. Gemeinsam haben die Freunde auch Segeltörns unternommen, und dabei sei Meyer stets Meyer geblieben: „Keine unkalkulierbaren Wagnisse eingehen, das Ruder aber lange in der Hand halten, das ist der Segler Wolfgang Meyer, der uns manchmal zur Umkehr gebracht hat“, schildert Hoffmann. Sein Kumpel stehe eben nicht für Alleingänge, sondern für Teamarbeit.

Abschiedsempfang für Oberbürgermeister Wolfgang Meyer

Abschied vom Göttinger Oberbürgermeister Meyer

Und was sagt der Gelobte? „Das muss ja ein toller OB sein.“ So bewahrt er auch in emotionaler Stunde seinen Humor und die Distanz zu den Lobrednern, aber auch zu sich. Dann spricht er von einer stets spannenden Zeit als OB, einer tollen Stadt, dem toll arbeitenden Verwaltungsteam und seinen engsten Mitarbeiterinnen. Dann schmunzelt er und geht von der Bühne. Wie sagt Uli Holefleisch: „Wenn er lächelt wird es ernst.“

Von Thomas Kopietz

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