Ungewöhnliche Wette: Eis trotzt der große Hitze

Eisblockwette: Rainer-W. Hoffmann erläuterte die Ergebnisse des Versuchs mit einem gedämmten und ungedämmten Holzhäuschen, links die gute gedämmte Villa Wohlig. Fotos: Niesen

Göttingen. Der 27-jährige Student Julian Garcia Walther hatte das beste Gefühl: Bei der Eisblockwette des Vereins Klimaschutz Göttingen lag er mit seinem Tipp ganz vorn.

Der Mexikaner hatte geschätzt, dass 657 Liter Schmelzwasser anfielen, tatsächlich waren es 655 Liter. Damit war der Student des internationalen Naturschutzes bei der zwei Monate laufenden Wette der beste Teilnehmer. Als Siegpreis gibt es für ihn ein Jahr lang Ökostrom.

Der Verein Klimaschutz hatte auf dem Jacobikirchhof in der Fußgängerzone eine ungewöhnliche Idee verwirklicht: Er packte zwei gleich große Eisblöcke in zwei gleich große Holzhäuschen, die sich energetisch sehr stark unterschieden. Die Villa Wohlig war standardmäßig gut gedämmt, die Villa Unwohl gar nicht. Dazu gab es die entscheidende Frage: Wie viel Eis schmilzt in der „Villa Wohlig“ in 66 Tagen ab?

In der ungedämmten Villa, die unter anderem von Schülern der Heinrich-Böll-Schule mitgestaltet worden war, hatte sich das Eis bereits nach der Hälfte der Laufzeit komplett verflüssigt. In der Villa Wohlig hingegen war trotz der hohen Außentemperaturen immer noch Eis vorhanden.

Julian Garcia Walther

Wie gut sich die Dämmung auswirkte, machte Klimaschutz-Vorsitzender Rainer-W. Hoffmann mit einer weiteren Kennzahl deutlich: „Zum Messzeitpunkt am 29. Juni betrug die Außentemperatur 28,4 Grad Celsius, die Temperatur im Schmelzwassertank lag bei 7,4 Grad.“

Insgesamt gaben 400 Teilnehmer ihr Votum bei der Eisblockwette ab. Auf Platz zwei landete Leonie Semmelriggen (651 Liter) und auf Platz drei Felix Schäfer (666 Liter). Die 666 Liter wurden gleich sechsmal genannt. Schäfer hatte seine Schätzung jedoch gleich am ersten Tag abgegeben, deshalb landete er auf Platz drei. Den Kinderpreis holten der siebenjährige Paul Eichner mit seiner Mutter Doro (663 Liter).

Realistische Werte zwischen 500 und 749 Liter gaben 19 Prozent der Teilnehmer ab. Der Anteil der Pessimisten mit Werten zwischen 750 und 1000 Litern lag bei elf Prozent. Optimistische Schätzungen zwischen 250 und 500 Liter gaben 33 Prozent ab.

Großer Beratungsbedarf

Der Wert der besonders euphorischen Teilnehmer, die glaubten, es schmelzen nur bis maximal 249 Liter lag sogar bei 37 Prozent. Hoffmann: „Daran kann man ablesen, wie gewaltig der Beratungsbedarf ist.“ (zhp)

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